Ehrennadel der Stadt Dortmund für Gerd Kolbe

0
92
Gerd Kolbe (Archivfoto: IN-StadtMagazine)

Die Ehrennadel der Stadt Dortmund hat gestern (22.6.) Oberbürgermeister Ullrich Sierau anlässlich eines Empfangs im Dortmund Rathaus an Gerd Kolbe verliehen.

Der Rat der Stadt Dortmund hatte sich auf seiner Sitzung am 18. Dezember 2019 für die Auszeichnung Kolbes ausgesprochen. Eine Auszeichnung kann verliehen werden, wenn der Betreffende das Ansehen der Stadt, die Entwicklung der Stadt oder das Allgemeinwohl der Bürger*innen der Stadt in besonderer Weise gefördert hat.

1959 begann Gerd Kolbe seine Laufbahn bei der Stadt Dortmund. 1978 wurde er zum stellvertretenden Leiter der Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit ernannt und war u. a. für die Redaktion des „Dortmunder Bürgerbrief“ zuständig. Kolbe wurde 1988 zum Leiter der Presseabteilung und stellvertretenden Amtsleiter des Informations- und Presseamtes bestellt.

Ab 1997 war Gerd Kolbe Dortmunds Manager für Großereignisse und damit der zentrale Ansprechpartner für die unterschiedlichen Veranstalter. Im Jahr 2000 wurde Gerd Kolbe zum Leiter der neuen Pressestelle, welche aus dem Büro für Presse und Öffentlichkeitsarbeit herausgelöst wurde. Auch wurde er in diesem Jahr zum offiziellen Pressesprecher der Stadt Dortmund ernannt.

Anlässlich der Fußball Weltmeisterschaft 2006 wurde Kolbe zum WM-Beauftragten ernannt, er leitete ab 2004 das WM-Büro zur Organisation des „Sommermärchens“ in Dortmund.

Nach 47 Jahren Dienstzeit ging er 2006 mit 61 Jahren in den Ruhestand.

Für seinen Einsatz für die Fußball-Weltmeisterschaft wurde Kolbe 2007 mit dem City-Ring geehrt. Außerdem nahm er im gleichen Jahr stellvertretend für alle zwölf WM-Spielorte in München den deutschen Marketingpreis des Sports entgegen, der vom Verband der deutschen Werbewirtschaft vergeben wird.

Auch nach seiner Pensionierung war Gerd Kolbe als Berater für Großveranstaltungen international gefragt. So war er im Vorfeld der Pan-Amerikanischen Spiele 2007 in Brasilien und vor der Fußball-EM 2008 in Österreich und der Schweiz, um die Organisatoren in Innsbruck zu beraten. Zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika gehörte Kolbe zu einem zehnköpfigen deutschen Expertenteam, das über das Entwicklungshilfeministerium (Gesellschaft für Technologie Zusammenarbeit (GTZ)) die WM-Planer in Südafrika unterstützte.
Im Vorfeld der FIFA WM 2018 in Russland reiste Kolbe als Berater mehrmals in die Dortmunder Partnerstadt Rostow am Don. Er begleitete die Vorbereitungen und Bekanntmachung der WM-Aktivitäten über die Internetseite der Stadt Dortmund sowie die regionalen und Medien in Form einer Medienoffensive.
Weiterhin organisierte Gerd Kolbe von 1991 bis 2019 die Dortmunder Schachtage, die jetzt Chess-Meeting heißen.

Zudem war Kolbe von 1976–1981 ehrenamtlicher Pressesprecher des BVB.
Seit 1989 organisierte Kolbe im Rahmen seiner Diensttätigkeit bei der Stadt Dortmund Fan-Treffs vor internationalen Spielen des BVB und die Meisterfeiern. Auch plante er als erster die öffentliche Übertragung von Spielen, heute als „Public Viewing“ bekannt. Als Leiter der AG Tradition der BVB Fanabteilung entwickelte Kolbe das Schulprojekt „Der BVB in der NS-Zeit“, welches 2016 erstmalig an der Max-Born-Realschule realisiert wurde und mittlerweile an fünf weiteren Schulen stattgefunden hat. Das Projekt soll mit Borussia Dortmund als „Brückenbauer“ über die Zeit des Nationalsozialismus informieren und die Schüler auf die aktuellen Gefahren rassistischer Tendenzen aufmerksam machen.
Als offizieller BVB-Archivar hat Kolbe erheblich zur Erhaltung der Sportgeschichte des BVB beigetragen. Neben dem Schulprojekt „Der BVB in der NS-Zeit“ und seiner gleichnamigen Veröffentlichung von 2002 engagiert sich Gerd Kolbe in weiteren Projekten gegen Rechts.

Mit verschiedenen Aktionen wahrte er das Ansehen des jüdischen Mitbegründers des Dortmunder Schachvereins Salomon Elkan und seines Sohnes Benno, einen berühmten Dortmunder Bildhauer und Fußballpionier. Kolbe war Mitorganisator des Projektes „Interreligiöses Fußballspiel“, bei welchem geistliche Vertreter verschiedener Religionen gegeneinander antraten. Auch war er mehrmalig an der Gedenkfeier am Karfreitag in der Bittermark beteiligt.

Gerd Kolbe ist zudem als Autor vielfältiger Veröffentlichungen bekannt. Darunter „Westfalenstadion Dortmund“, 1974, „Der BVB in der NS-Zeit“ 2002, „Das kleine Borussia Dortmund Buch“, 2013, sowie als Autor von Ausgaben von „Heimat Dortmund“
Gerd Kolbe hat sich durch seine dienstliche und seine ehrenamtlichen Tätigkeiten ein großes Netzwerk in der Stadtgesellschaft als auch international aufgebaut. Dieses hat er gewinnbringend für die Stadt Dortmund eingesetzt, indem er mit Hilfe von Partnern eine Vielzahl von Projekten und Ideen umgesetzt und ins Rollen gebracht hat.

guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments