Drei Preisträger für Neubau der VHS Dortmund

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1. Preisträger: B+P Reiner Becker GmbH aus Berlin © B+P Reiner Becker GmbH

Die Volkshochschule (VHS) Dortmund hat erst vor kurzem ein neues Übergangsquartier an der Kampstraße bezogen – ein zusätzlicher Standort zum angestammten Hauptsitz im Löwenhof an der Hansastraße. An der Kampstraße konnten zwar kleinere verteilte Standorte zusammengezogen werden, doch die Schwierigkeiten, dass der Löwenhof, nach Bekanntwerden der baustatischen Probleme nicht mehr in vollem Umfang genutzt werden kann, sind damit noch nicht vollständig gelöst.

Schon 2018 hat die Stadt Dortmund daher einen Planungswettbewerb angestoßen für einen Neubau an Königswall und Brinkhoffstraße in unmittelbarer Nähe des Dortmunder U. Dieser Wettbewerb ist jetzt entschieden.

Den ersten Preis für die bedeutsame Bauaufgabe erhielt das Büro „B+P Reiner Becker GmbH“ aus Berlin. Der zweite Preis ging mit „Bowlin Wulf Architekten Partnerschaft mbB“ ebenfalls an ein Berliner Büro. Den dritten Preis vergab die Jury an das Büro „bertbielefeld & partner architekten und ingenieure“ aus Dortmund.

Daneben sprach die Jury noch zwei Anerkennungen für weitere Wettbewerbsteilnehmer aus.

Komplexe Bauaufgabe mit hohem Gestaltungsanspruch
Die städtebaulich exponierte Lage des Wettbewerbsgrundstücks im Bereich des unmittelbaren Citykerns, das unter Denkmalschutz stehende Bestandsgebäude am Königswall 29, der Anschluss eines neuen Gebäudekörpers an den Bestand, sowie das Umfeld mit dem Dortmunder U und dem Harenberg-Gebäude stellen einen hohen Anspruch an den Entwurf dar und haben von vorn herein für hohe Erwartungen gesorgt.

„Der zu entwerfende VHS-Komplex, bestehend aus Neu- und Altbau, soll der besonderen städtebaulichen Situation gerecht werden, sich hinsichtlich der Geschossigkeit an der Höhenentwicklung des Umfeldes orientieren und das Raumprogramm der VHS abbilden“, ordnete Stadtrat Wilde die Aufgabe des Wettbewerbes ein. Die Kubatur, die Formung des Baukörpers sowie die Struktur der Fassaden und ihre Materialität müssen durch qualitätsvolle Architektur dem Standort angemessen sein. „Auch soll das Haus ein einladender Ort der Begegnung werden, der die Entwicklung sozialer Kontakte fördert, Menschen zusammenführt und Wissen vermittelt“, so Stadtdirektor Jörg Stüdemann.

Der erste Preis
Der erste Preisträger hat ein Gebäude entwickelt, das sich klar nach Süden, zur Leonie-Reygers-Terrasse bzw. zum Park der Partnerstädte orientiert. Der Neubau nimmt die Bestandssituation auf, schließt den Blockrand zwischen Königswall und Brinkhoffstraße und bindet im rückwärtigen Bereich das ehemalige AOK-Gebäude an. Gegenüber dem Altgebäude am Königswall ist der Neubau-Komplex etwas überhöht und definiert so eine städtebauliche Raumkante, die den Brückenschlag zur im Osten liegenden Innenstadt mit der charakteristischen Blockrandbebauung schafft. Der Zugang erfolgt über ein Atrium und bietet dann eine Abfolge von öffentlichen Räumen für alle Dortmunder*innen, darunter ein begrünter Hof mit anliegendem Bistro.

Der zweite Preis
Der zweite Preis sieht die Volkshochschule nicht als singuläres Gebäude, sondern als Gebäudegruppe. Diese präsentiert sich, der Funktion angemessen selbstbewusst und mit seiner Reihe von Giebeln. Während die leicht differierenden Dimensionen der einzelnen Giebel einen Akzent über dem Haupteingang setzen, wird das Denkmal am Königswall 29 typologisch wie auch formal ganz selbstverständlich integriert. Es entsteht eine unverwechselbare Silhouette und gleichzeitig eine großzügig einladende Gestik des neuen VHS-Ensembles über die gesamte Breite nach Süden. Zusammen mit den Gebäuden am Dortmunder U und den Gebäudeblöcken am Westentor bildet sich ein sehr eigenständiger, großstädtischer Raum am Königswall, der vom Neubau der VHS in seiner klaren Ausrichtung und spürbaren Öffnung ganz wesentlich geprägt ist.

2. Preisträger: Bowlin Wulf Architekten aus Berlin; © Bolwin Wulf Architekten Partnerschaft mbB

Der dritte Preis
Durch die mehrfachen Veränderungen im Bereich der Brinkhoffstraße in der Vergangenheit existieren unattraktive Hinterhofsituationen im Wettbewerbsgebiet, die das Team, das den dritten Preis gewonnen hat, besonders in den Blick genommen hat. Der Entwurf möchte das kompensieren. Der umgebene Stadtraum ist von mehreren leicht verdrehten Fluchten geprägt. Der Neubau interpretiert dies über eine differenzierte Gebäudegeometrie, welche auch die beiden Plätze auf der gegenüberliegenden Straßenseite fasst und die räumlichen Auswirkungen der sich absenkenden Brinkhoffstraße reduziert. Zur Nordstadt treppt sich das Gebäude ab, um einerseits die Abstandsflächen einzuhalten und andererseits die Gebäudewirkung auf Grund der abfallenden Topografie zur Nordstadt harmonisch zu gestalten. Das denkmalgeschützte Gebäude am Königswall wird wieder in einen Block eingefasst. Eine seinerzeit schon vom Architekten angedachte Erweiterung im Bereich des Treppenhauses wird im Entwurf umgesetzt und bildet dadurch zwei Innenhöfe, wovon der straßenseitige Hof glasüberdacht als zentrale Halle und Kommunikationszone der Volkshochschule dient.

3. Preisträger bertbielefeld & partner architekten und ingenieure aus Dortmund. © bertbielefeld & partner architekten ingenieure PartG mbB

Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse geplant
Die Wettbewerbsergebnisse sollen nach Möglichkeit bald der Öffentlichkeit präsentiert werden – im benachbarten Studieninstitut Ruhr am Königswall 25–27. Der zunächst dafür ausgesuchte Termin musste aufgrund der Einschränkungen durch das Corona-Virus verschoben werden.

Im nächsten Schritt werden die drei Preisträger durch das technische Projektmanagement Sondervermögen GVVF des Fachbereichs Liegenschaften der Stadt Dortmund zu weiteren Verhandlungen im Rahmen der Vergabeverordnung aufgefordert. Danach wird die Entscheidung der Auftragsvergabe getroffen.

 

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