Dortmund möchte World Urban Forum 2022 ausrichten – mehr als 20.000 Teilnehmer erwartet

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Archivfoto: IN-StadtMagazine

Die Bundesregierung plant das 11. World Urban Forum 2022 von UN-Habitat in Deutschland durchzuführen, so sieht es auch der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD vor. Die Stadt Dortmund hat sich als Ausrichtungsort gegen andere nationale Mitbewerber durchgesetzt und tritt damit auch für die Bundesrepublik Deutschland im internationalen Bewerbungsprozess an. Die Austragung der Konferenz ist in Dortmund und in der ganzen Metropole Ruhr vorgesehen, zudem sind Exkursionen von Bonn bis Bielefeld geplant.

Der Rat der Stadt Dortmund entscheidet am 21. Februar 2019 endgültig über die Teilnahme am Bewerbungsprozess. Die Entscheidung für die ausrichtende Stadt fällt im April 2019.

Bis zum Jahr 2050 wird sich die Weltbevölkerung fast verdoppeln. Urbanisierung ist damit zu einem der Megatrends des 21. Jahrhunderts geworden. Diese Entwicklung spüren gerade die Kommunen. Das im Jahr 2001 von UN-Habitat ins Leben gerufene World Urban Forum hat zum Ziel mit Menschen aus der ganzen Welt zu erörtern, wie Städte in Anbetracht der Herausforderungen der Zukunft künftig geplant, gestaltet, entwickelt, regiert, finanziert und verwaltet werden können. Das Forum soll Wege aufzeigen, die zur Umsetzung der New Urban Agenda beitragen.

Die New Urban Agenda wurde im Jahr 2016 auf der Habitat III-Konferenz in Quito beschlossen. Sie ist auch für die Dortmunder Stadtverwaltung von großem Wert. Denn sie stellt klare Forderungen für eine moderne Stadt auf: intelligente Siedlungsentwicklung mit angemessenen Freiräumen, sorgsamer Umgang mit Ressourcen, Stärkung öffentlicher Verkehrsmittel und gesunde Lebensbedingungen für die Bewohner in Städten. Wir in Dortmund richten unser Handeln nicht erst seit der Habitat III-Konferenz darauf aus – wir orientieren uns schon lange an den aufgestellten Prinzipien.

Zur Erinnerung: 2014 hat die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis den „Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2014“ an die Stadt Dortmund verliehen. Die Stadt Dortmund hat im Jahr 2017 mit dem Projekt „nordwärts“ den European Public Sector Award (EPSA) gewonnen. Die Auszeichnung mit dem EPSA honoriert das innovative Verwaltungshandeln unter „nordwärts“ als Best Practice. 2018 ist Dortmund „Digitalste Stadt“ geworden und hat den „Deutschen Städtebaupreis“ für „Phoenix – Eine  neue Stadtlandschaft in Dortmund. Dreiklang der Stadtentwicklung PHOENIX West – Hörde Zentrum – PHOENIX See“ gewonnen. Wir begreifen Nachhaltigkeit als wirksame Strategie zur Unterstützung des Strukturwandels. Und daran arbeiten wir intensiv weiter.

Mehr als 20.000 Besucher erwartet
Nachdem das World Urban Forum nach Nairobi, Barcelona, Vancouver, Nanjing, Rio de Janeiro, Neapel, Medellin, Kuala Lumpur (2018) und Abu Dhabi (2020) vergeben wurde, ist es nun an der Zeit, dass das Forum wieder in Europa und zwar in Deutschland, hier in Dortmund, stattfindet.

Mit den Westfalenhallen verfügt die Stadt Dortmund über einen hervorragenden Konferenzort – die  Einbindung weiterer Veranstaltungslocations (Dortmunder U, Zeche Zollern, Phoenix-West, Phoenix-Ost, Deutsches Fußballmuseum u.v.m.) sollen den gelungenen Strukturwandel zeigen. Die Idee ist, diese siebentägige Konferenz in Dortmund gemeinsam mit der Metropole Ruhr aber auch mit dem Land Nordrhein-Westfalen von „Bonn bis Bielefeld“ durchzuführen. Das Forum auszurichten, stellt eine außergewöhnliche Chance für die Präsentation dar und hat eine Strahlkraft weit über Nordrhein-Westfalen.

Die letzten beiden Veranstaltungen (Medellin, 2014 und Kuala Lumpur, 2018) wurden von je 22.000 Menschen aus der ganzen Welt besucht. So soll Dortmund zwar als Ausrichterstadt agieren, aber längst wissen wir, dass komplexe Sachverhalte wie Nachhaltige Stadtentwicklung gerade in polyzentrischen Metropolregionen nur gemeinsam „veranstaltet“ werden können. Wir wollen mit der Konferenz kommunale Entscheidungsträger, das Fachpublikum und Interessierte aus aller Welt ansprechen.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau: „Dortmund ist zu einer vielfältigen, modernen und offenen Metropole geworden. Gemeinsam mit der Metropole Ruhr gelten wir weltweit als best practice für eine Nachhaltigkeitsorientierung im Strukturwandel. Die Transformation der Region erfolgte in den letzten Jahrzehnten vom wichtigsten Industriestandort Deutschlands hin zu einer dienstleistungsorientierten Wissenschaftsregion. Gerade die Stadt Dortmund hat sich in den letzten Jahren zu einem Hochtechnologiestandort gewandelt, an dem die Menschen aus vielen Kulturen gerne leben. Um die Transformation zu meistern, hat die gesamte Stadtgesellschaft die Herausforderungen des Strukturwandels mutig in Angriff genommen.“

Ministerpräsident Armin Laschet: „„Als Ministerpräsident setze ich mich dafür ein, große internationale Konferenzen nach Nordrhein-Westfalen und ins Ruhrgebiet zu holen. Dass sich die Stadt Dortmund im Vorfeld der Bewerbung für das World Urban Forum eng mit der Region abgestimmt und so die Kräfte gebündelt hat, entspricht auch dem Geist der Ruhr-Konferenz. Ich bin mir sicher: Dortmund bietet mit Blick auf fachliche Expertise, Unterbringungsmöglichkeiten, Infrastruktur und Logistik die besten Voraussetzungen, um ein hervorragender Gastgeber der Konferenz zu sein. Wir unterstützen die Bewerbung mit ganzer Kraft.“

USA-Reise der Stadt Dortmund 2018 als Impulsgeber zur Bewerbung
Die Idee zur Bewerbung kam Oberbürgermeister Ullrich Sierau auf der USA-Reise der Stadt Dortmund im April 2018, als der Deutsche Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York der Stadt Dortmund eine Bewerbung als Ausrichter für das 11. World Urban Forum 2022 von UN-Habitat empfahl.

Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD sieht jedenfalls vor, das World Urban Forum 2022 in Deutschland ausrichten zu wollen (S. 113).

Finanzierung
Bei Zuschlag an die Stadt Dortmund werden die Kosten der Ausrichtung des 11. World Urban Forum in erheblichem Maße von der Bundesregierung getragen. Eine grobe Schätzung hat Gesamtkosten von rund 40 Mio. Euro für die Ausrichtung eines WUF ergeben. Für die Stadt Dortmund wird ein Eigenanteil von 600.000 Euro festgesetzt, der sich auf die Jahre 2020, 2021 und 2022 verteilt.