DORTMUND BAUEN: Buch beschreibt Stadtentwicklungspolitik der beiden letzten Jahrzehnte

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Prof. Dr. Wolfgang Sonne, Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen,TU Dortmund, Dr. Dieter Nellen, Klaus Steenweg, Björn Rüther, Labor b, designbüro, OB Ullrich Sierau, Stadtrat Ludger Wilde, Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender Emschergenossenschaft. (Foto: Katharina Kavermann/Stadt Dortmund)

Strategien und Perspektiven der Dortmunder Stadtentwicklungspolitik in den ersten beiden Jahrzehnten des 21.Jahrhunderts, hrsg. von Dieter Nellen, Wolfgang Sonne und Ludger Wilde für Stadt Dortmund und Emschergenossenschaft, Berlin (JOVIS) 2018

Die Publikation dokumentiert für die Stadt Dortmund Städtebau, Urbanität, Architektur, Baukultur und Landschaft. Als Status- und Zukunftsbuch behandelt sie für die bestimmenden thematischen Cluster der Stadtentwicklung die Strategie, Konzeption, Governance und Partizipation von maßgeblichen Programmen, Leitprojekten, Formaten und Entwicklungsarealen in den ersten beiden Dekaden des 21. Jahrhunderts. In Auftrag gegeben wurde die Dokumentation von der Stadt Dortmund und der Emschergenossenschaft.

Für Oberbürgermeister Ullrich Sierau zeigt „Dortmund bauen“ eindrucksvoll den Wandel der Stadt. „Die Herausforderungen des Strukturwandels wurden mutig, engagiert und erfolgreich in Angriff genommen. Die Stadt hat sich zu einer modernen Metropole entwickelt, indem die notwendigen Prozesse (Pläne…) in Gang gebracht und die richtigen Projekte (Kräne…) realisiert wurden.“

Dr. Uli Paetzel sieht die naturnahe Umgestaltung des Emscher-Systems in Dortmund als einen Meilenstein. „Unser Generationenprojekt Emscher-Umbau ist mehr als nur ein wasserwirtschaftliches Projekt – es fördert maßgeblich auch die städtebauliche Entwicklung in der Region. Nirgends sieht man dies besser als in Dortmund, wo wir im Stadtteil Hörde die Emscher wieder ans Tageslicht zurückgeholt und den Phoenix-See mitgebaut haben. Der Emscher-Umbau bietet einen Mehrwert für Natur und Menschen!“

Die Darstellungen reichen von der Jahrhundertwende bis zum Jahr 2020: 1999 begannen die Vorbereitungen für einen neuen (dann in 2004 verabschiedeten) Flächennutzungsplan, der den Strukturwandel zur Grundlage einer großen stadtentwicklungspolitischen Transformation und Reurbanisierung durch qualifizierte Konversion von Militär- und Montanflächen, behutsame Stadterneuerung und kulturpolitischen Initiativen in der Gesamtstadt macht. Begleitet, vielleicht sogar ermöglicht wird dieser Paradigmenwechsel durch personelle Neubesetzungen an der Spitze der Stadt und der erstmalig in Nordrhein-Westfalen möglichen Wahl eines hauptamtlichen Oberbürgermeisters.

Das Jahr 2020 markiert wiederum einen weiteren Einschnitt bei der Stadt- und Regionalentwicklung: Denn dann werden wesentliche Leit- und Dekaden-Projekte in der Stadt (fast) vollendet sein. Die Emscher wird auf ihrer ganzen Länge weitestgehend abwasserfrei und ein europäisches Vorzeigeprojekt gelungener Renaturierung sein.

Das Ruhrgebiet schließlich erhält erstmalig wieder einen Regionalplan für die gesamte eigene Gebietskulisse, worin auch Dortmund als größte Mitgliedskörperschaft einbezogen ist. Auch die Entwicklungspläne zur Beteiligung an der Internationalen Gartenausstellung (IGA) Metropole Ruhr 2027 sind bereits auf dem Weg. Die Kampagne „Nordwärts“ erreicht zum Ende dieses ersten Jahrzehnts ihre erste Zwischenpräsentation.

Architektur. und Dokumentarfotograf Sebastian Hopp aus Brühl hat durch seine Fotos einen entscheidenden Beitrag zur fotografischen Umsetzung geleistet. Zudem machen die Luftbilder von Fotograf Hans Blossey die großen Entwicklungsflächen erlebbar. Das graphische Konzept der Publikation hat das labor b designbüro aus Dortmund realisiert.

Der Jovis-Verlag Berlin hat das Buch auflegt. Es ist im Buchhandel nunmehr käuflich (49,80) zu erwerben.

Finanziert hat das Buchprojekt die Stadt Dortmund, zusammen mit der Emschergenossenschaft, DSW21, der Sparkasse Dortmund und bekannten namhaften Dortmunder Akteuren, Baugesellschaften, Architektur- und Planungsbüros, ohne die diese Publikation nicht möglich gewesen wäre.

Der Band erscheint zeitgleich zur Eröffnung des neuen Baukunstarchivs NRW (Herbst 2018) im ehemaligen Dortmunder Museum am Ostwall. Denn die neue Adresse soll neben ihrer originären Bestimmung des Sammelns, Archivierens und Dokumentierens auch ein Ort des städtebaulichen und architektonischen Diskurses werden.