Diese Änderungen bringt 2018 für die Autofahrer

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Das dreigezackte Bergpiktogramm mit der Schneeflocke in der Mitte ist Pflicht für alle Winterreifen, die ab 1.1.2018 hergestellt werden (Foto: ADAC/Wolfgang Grube)

2018 könnte zu einem interessanten, aber auch nervenraubenden Jahr für alle Autofahrer werden. Einige Änderungen schweben in der Luft wie ein Damoklesschwert, doch ist alles für einen guten Zweck erdacht worden: Umweltschutz und Sicherheit.

Kurz vor Frühlingsbeginn entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über ein Fahrverbot für ältere Dieselfahrzeuge in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart. Sollte es zu einem Verbot kommen, könnte dies eine Lawine ins Rollen bringen, denn auch andere Großstädte wie Frankfurt, Berlin und München sowie die meisten Städte im Ruhrgebiet, darunter auch Dortmund, weisen eine zu hohe Feinstaub- und Stickoxidbelastung auf.

Ebenso wie Feinstaub liegt immer noch der VW Abgasskandal in der Luft. Um diesbezüglich Manipulationen und Defekte besser feststellen zu können, wird vom 1. Januar 2018 an die Endrohrmessung bei der Abgasuntersuchung (AU) Pflicht. Bisher waren Fahrzeuge ab dem Baujahr 2006 von der Abgasmessung per Sonde befreit. Doch keine Sorge, die HU/AU wird nicht gleich für alle teurer. Für Fahrzeuge, die vor 2006 zugelassen wurden, ändert sich nichts. Halter neuerer Fahrzeuge müssen allerdings mit bis zu 12 Euro Mehrpreis rechnen.

Neue Regeln für Winter- und Ganzjahresreifen
Zum 01. Januar 2018 werden neue Regeln für Winter- und Ganzjahresreifen eingeführt. Dann dürfen diese Reifen nur noch mit dem sogenannten „Alpine-Symbol“ verkauft werden. Vor dem 31.12.2017 produzierte M+S Reifen ohne diese Kennzeichnung können in einer Übergangsphase noch bis zum 30.09.2024 gefahren werden. Allerdings empfiehlt es sich durchaus, schon bald auf neue Winterreifen mit dem „Alpine-Symbol“ umzurüsten, da sie einen vergleichenden Bremstest auf schneebedeckter Fahrbahn bestehen müssen. Verstöße gegen die Winterreifenpflicht werden ab 2018 teurer: Wer im Winter bei Glatteis, Reif- und Eisglätte, Schnee und Schneematsch mit ungeeigneten Reifen unterwegs ist, muss 75 Euro zahlen, einen Punkt in Flensburg gibt’s – wie bisher – obendrauf.

Erweiterte Sicherheit
Jährlich könnten in Europa tausende Menschenleben gerettet werden, wenn nach einem Verkehrsunfall rechtzeitig Hilfe am Unfallort eintreffen würde. Ab dem 1. April 2018 wird daher in der europäischen Union in allen neuen Pkw das sogenannte „eCall“ Notrufsystem Pflicht. Ein Autounfall geht in vielen Fällen tödlich aus, weil die verunglückten Fahrer nicht mehr in der Lage sind, den Notruf zu betätigen. Die neue Technik beim automatischen Notrufsystem „eCall“ verfügt deshalb über einen GPS-Empfänger zur Ermittlung der Position sowie eine Mobilfunkeinheit zum Senden der wichtigen Eckdaten zum Fahrzeug und zum Telefonieren mit der nächstgelegenen Rettungsstelle. Für bereits zugelassene Fahrzeuge besteht keine Nachrüstungspflicht. Allerdings ist es empfehlenswert, das System nachträglich einzubauen.