„Die Goldene Wabe“ für 60 Jahre Imkerei

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Im Kreis seiner Familie und seiner Vereinskollegen bekam Günter Zellmer (zweiter von links) die Auszeichnung "Die Goldene Wabe" von Oberbürgermeister Ullrich Sierau (Mitte) verliehen. (Foto: Dortmund-Agentur / Gaye Suse Kromer)

Der Dortmunder Imker Günter Zellmer wurde am Freitag, 31. Juli, vom Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker e. V. mit der höchsten Ehrung ausgezeichnet, die landesweit vergeben wird. „Die Goldene Wabe“ (eine Urkunde plus Wabe in Gold) wird für besondere Leistungen nur sehr wenigen Imkern zuteil.

Günther Zellmer, geboren am 5. Mai 1933, kann auf mehr als 60 Jahre Imkerei zurückblicken und imkert mit seinen 86 Jahren noch heute – zusammen mit seinem Schwiegersohn und seinem Enkel – in Dortmund-Brackel. Im Imkerverein Dortmund-Kurl von 1889 ist Günter Zellmer angesehen und seit 1960 ein aktives Mitglied. Als 1. Vorsitzender führte er den Verein über 20 Jahre bis 2002.

Erstes Bienenvolk von Josef Reiter
Schon als Kind hatte Günter Zellmer Kontakt zu Bienen. Die damaligen Nachbarn in Pommern hielten Bienen und Günter Zellmer war vom süßen Honig begeistert. Die ersten Bienen in Dortmund hat Günter Zellmer vor 60 Jahren von Josef „Jupp“ Reiter bekommen, bei dem die Bienen auch zunächst standen. Es handelte sich um zwei Völker in einer Doppel-Hinterbehandlungszarge. „Jupp“ Reiter war ein recht bekannter Dortmunder Imker und Königinnenzüchter. Der Kontakt entstand, da die Werkstatt in der Günter Zellmer damals arbeitete unmittelbar neben dem Wohnhaus von „Jupp“ Reiter lag. Mit den Bienen hat Günter Zellmer auch das Rähmchenmaß von Josef „Jupp“ Reiter übernommen. Bis heute imkert Günter Zellmer mit dem „Alten Kurler Maß“, was auch dazu führte, dass er alle Zargen und Rähmchen selber bauen musste, da es dieses Maß so nicht zu kaufen gibt.

Im Laufe der Jahre hatte Günter Zellmer verschiedene Standorte für seine Bienen. Der erste eigene Stand befand sich im Kleingartenverein „In den Westkämpen“ in Brackel. Später hatte Zellmer dann auch Bienenstände in Kurl und Brackel, unter anderem auch im eigenen Garten. Der Stand in Kurl, auf dem ehemaligen Bauernhof Hülsmann, wird inzwischen von seinem Schwiegersohn Martin Quest geführt und der Standort auf dem Bauernhof Schmiemann in Brackel von Zellmers Enkel Stefan Zellmer. Neben den bewirtschafteten Völkern hatte Günter Zellmer in vielen Jahren auch ein Schauvolk im Garten stehen, um Kindergartengruppen und Schulklassen die Bienen und das Imkern näherzubringen.

Ältestes Mitglied im Imkerverein Dortmund-Kurl
Insbesondere seine Standorte außerhalb des Dortmunder Stadtgebiets (wie Bürenbruch in Schwerte) hatten einen großen Einfluss auf das sonntägliche Familienleben. So wurde im Sommer fast jeder Sonntag mit der Familie im Bürenbruch verbracht. Ganz allgemein waren viele Sonntage für die Imkerei reserviert. Wenn es mal nicht nach Bürenbruch ging, wurden Königinnenzüchter besucht oder Ausflugsziele für den Imkerverein erkundet.

Günter Zellmer hat das Vereinsleben des Imkervereins Dortmund-Kurl als langjähriges Vorstandsmitglied mitgestaltet. Zunächst als 2. Vorsitzender und von 1981 bis 2002 als 1. Vorsitzender. In der Zeit als Günter Zellmer 1. Vorsitzender des Imkervereins Dortmund-Kurl war, feierte der Verein sein 100-jähriges Bestehen; der Feier wohnte auch der damalige Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Günter Samtlebe, bei. Heute ist Zellmer sowohl das älteste Mitglied als auch das Mitglied, das am längsten im Imkerverein Dortmund-Kurl ist. Er ist zudem Ehrenvorsitzender des Vereins.

Der Kreisimkerverein Dortmund wurde am 1. Dezember 2000 gegründet. Sechs Imkervereine sind mit ihren Mitgliedern das Fundament: Imkerverein Dortmund-Aplerbeck, Dortmund-Derne, Dortmund-Hombruch, Dortmund-Hörde, Dortmund-Kurl und der Imkerverein Castrop-Rauxel.

Die Imkervereine schauen auf eine lange Tradition zurück, zum Beispiel wurde der Imkerverein Dortmund-Kurl im Jahre 1889 gegründet. In den Vereinen sind 450 Imker*innen mit 2.500 Bienenvölkern aktiv. Der Lehrbienenstand in Rombergpark ist ein Teil des Kreisimkervereins und zeigt der Bevölkerung wie nützlich die Bienen für uns alle sind.

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