Das neue Stiftsforum – Fertigstellung voraussichtlich 2023

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So soll das neue Stiftsforum aussehen. © Pfeiffer Ellermann Preckel GmbH

Bald sollen Hörder Innenstadt und Phoenix See zu einem Sozialraum verschmelzen. Der Umbau der Faßstraße soll laut Stadtplanungsdezernent Ludger Wilde in etwa einem Jahr abgeschlossen sein – mit zahlreichen Fußgängerüberwegen, um die Trennlinie Faßstraße überwindbar zu machen. Doch damit sind die Bauvorhaben, die den Phoenix See in Hörde integrieren sollen, noch nicht abgeschlossen. „Einer der wenigen Schlusssteine, die wir hier in Hörde noch setzen“, wird das neue Stiftsforum sein – mit Raum zum Wohnen, Einkaufen und Arbeiten.

Die Markthalle soll nicht nur Einkaufs-, sondern auch Aufenthaltsqualität bieten. © Pfeiffer Ellermann Preckel GmbH

Etwa 6.000 Quadratmeter aufgeteilt auf 58 Wohnungen sind in einem Karree geplant, das parallel zur Sparkassen-Akademie errichtet werden soll. Da es verpflichtend ist, werden zehn Prozent davon öffentlich gefördert. Die Eingänge werden über einen „Wohnhof“ erreichbar sein. „Das hat auch ein bisschen was mit Sicherheit und Wohlfühlen zu tun“, sagt der Architekt Jörg Preckel. Individuelle Grundrisse sollen ein Wohnen ermöglichen, das flexibel an sich ändernde Bedarfe angepasst werden kann. So wird es beispielsweise Wohnungen mit zwei Schlafzimmern geben, die sich gerade ältere Paare häufig wünschen. Das gesamte Gebäude soll vollständig barrierefrei werden. Abhängig von der jeweiligen Himmelsrichtung werden die Wohnungen dem Tageslichteinfall angepasst.

Für das Foyer sind bodentiefe Fenster vorgesehen. © Pfeiffer Ellermann Preckel GmbH

Auch bei den 6.000 Quadratmetern Bürofläche setzt Preckel auf natürliches Licht und natürliche Belüftung, da Klimaanlagen unter Gesichtspunkten des Umweltschutzes und der Gesundheit fragwürdig sind. Aus Gründen des Klimaschutzes wird die gesamte Dachfläche begrünt. Ebenfalls das Klima und die sich verändernden Bedarfe im Blick, hat Preckel neben der Einfahrt zur Tiefgarage für PKW eine „gleichwertige“ – heißt: gleich große – Einfahrt für Fahrräder eingeplant. Um einen PKW-Rückstau auf der Faßstraße und in der Hörder Bachallee zu vermeiden, wird die Tiefgarage über mehrere Einfahrten erreichbar und über mehrere Ausfahrten zu verlassen sein. Für e-PKW wird es 60 Ladesäulen geben.

Die Büroräume sollen natürlich belichtet und belüftet werden. © Pfeiffer Ellermann Preckel GmbH

Sind diese Stellplätze ausschließlich für die Bewohnenden und die im Gebäude Arbeitenden vorgesehen, so wird es auch Abstellmöglichkeiten für Lastenräder im Außenbereich geben. Denn für den unteren Teil ist eine Art Markthalle geplant, die nicht nur hochwertige Lebensmitteleinkäufe, sondern auch Raum bietet, um zu „verweilen“, wie Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris formuliert. „Es geht um Aufenthaltsqualität“, betont auch Preckel. Die Markthalle durchquerend gelangt die Kundschaft in Zukunft bis zum See hinunter.

Architektonisch soll das neue Stiftsforum Hördes „Altstadtstruktur“ aufgreifen und laut Preckel als „ein kleines, aber schönes Stück Stadt“ „alles das, was urbane Stadt“ ausmacht, wiedergeben. Konkret bedeutet dies, dass es sich nicht um einen vereinheitlichten Baukomplex handeln wird, sondern das neue Stiftsforum über eine „Parzellierung“ in unterschiedliche Fassaden abwechslungsreich gestaltet werden soll. Das bedeutet auch, dass der Topografie des Rudolf-Platte-Weg gefolgt wird, indem im unteren Bereich eineinhalb Geschosse mehr zur Verfügung stehen werden als im oberen Bereich. Dies ermöglicht eine ebenerdige Zufahrt von allen Seiten.

„Es wird hochwertig, es wird nachhaltig und es wird repräsentativ“, betont Preckel. Und Hillgeris sieht ein Projekt, „das sich zu einem neuen Diamanten für Hörde entwickeln wird“. Trotzdem soll dieser „Diamant“ gleichzeitig Schnittstelle sein zwischen dem „Quartier See“ und dem „Quartier City“ sowie, so Preckel, „der Auftakt zum Phoenix See“. Nicht nur architektonisch ist an der Ecke Faßstraße/Rudolf-Platte-Weg offensichtlich ein Mammutprojekt geplant. Auch die sozialen Lebensbereiche in Hörde soll dies enger miteinander verzahnen – zusammen mit der neuen Faßstraße. Ob es aber wirklich der Ur-Hörder sein wird, der auf seinem Lastenrad Delikatessen in der neuen Markthalle einkaufen wird, bleibt abzuwarten. Im Sommer jedenfalls sollen alle HörderInnen die Möglichkeit erhalten, sich zu den Plänen zu äußern und weitere Vorschläge zu unterbreiten.

Hier, an der Ecke Faßstraße / Rudolf-Platte-Weg, soll das neue Stiftsforum entstehen. (Foto: IN-StadtMagazine)

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