Bevorstehender Umbau der B235 ist nicht für alle eine gute Nachricht

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Nach einigen Jahren Pause – hier ein Bild vom zweiten Bauabschnitt – steht vermutlich Ende des Jahres die letzte Etappe der Umgestaltung der B235 auf Dortmunder Stadtgebiet an. Aber bei den Straßenausbaubeiträgen scheiden sich Lüdos Geister. (Archivfoto: IN-StadtMagazine)

Mit dem Bereich zwischen Kaubomstraße und Bochumer Stadtgrenze wird voraussichtlich im vierten Quartal des Jahres der Umbau des dritten und letzten Teilstücks auf Dortmunder Gebiet in Angriff genommen. Eine Nachricht, die von der Lokalpolitik umso erfreuter zur Kenntnis genommen wurde, als dass das Land NRW sich mittlerweile bereit erklärt hat, über das diesjährige Programm zur Förderung des kommunalen Straßenbaus 3,72 Millionen Euro für die Maßnahme zur Verfügung zu stellen.

Der eigentliche „Aufreger“ allerdings ist damit am westlichen Rand von Lüdo keineswegs aus der Welt, denn immer noch verbleibt ein Teil der Kosten des insgesamt mit 6 Millionen Euro veranschlagten Projektes auf Seiten der Stadt, so dass nach wie vor auch viele Anlieger des betreffenden Teils der B235 empfindlich zur Kasse gebeten würden.

Die Lütgendortmunder SPD-Fraktion hat sich den Protest zu eigen gemacht und fordert ein generelles Ende der Straßenausbaubeiträge. Ihr Vorsitzender in der örtlichen BV, Andreas Lieven, gibt u. a. zu bedenken, dass es mittlerweile immer häufiger Bürger gebe, die Wohneigentum geerbt hätten, mit umfangreicheren Investitionen aber finanziell schlichtweg überfordert wären. Dies gehe vielerorts auch zu Lasten der Infrastruktur, denn „wenn es ans Eingemachte geht, möchte fast niemand mehr einen Umbau“. Die SPD-Landtagsfraktion setze sich daher bereits seit rund anderthalb Jahren ein, Ausbauprojekte wie das in Lütgendortmund in Zukunft komplett über das Land finanzieren zu lassen.

Lüdos stellv. Bezirksbürgermeisterin, Karin Neumann, hält allerdings für die CDU dagegen, dass sich auf Seiten der Sozialdemokraten dieser Sinneswandel just in dem Moment, als auf Landesebene sie nicht mehr in Regierungsverantwortung waren, eingestellt habe. Den Kommunen etwa könne man die zusätzlichen Kosten nicht zumuten. Und entlaste man den Bürger hier, müsse dafür zweifellos an anderer Stelle gegenfinanziert, also z. B. eine Abgabe erhöht werden. Lüdos CDU bezweifelt den Nutzen einer solchen Verschiebung und plädiert stattdessen dafür, derartige Projekte künftig besser durchzukalkulieren.

Trotz dieser kontroversen Gemengelage ist es momentan fraglich, ob eine eigentlich geplante Infoveranstaltung mit den Baustellen-Anliegern durchgeführt werden kann, da die Corona-Vorsichtsmaßnahmen hierfür aktuell noch zu wenig Spielraum lassen. Sollte in absehbarer Zeit weiterhin keine Anliegerversammlung durchgeführt werden können, will das Tiefbauamt die betroffenen Anlieger mit einem Ankündigungsschreiben über die Höhe der KAG-Beiträge informieren.

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