Bei „Smart Rhino“ sollen die Bürger mitentwickeln dürfen

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Zukunftsperspektive Smart Rhino 2030 – Stadtverwaltung und Investor präsentieren Planungsstrategie © Thelen Gruppe, Essen

Schon bei der erstmaligen Vorstellung des Smart Rhino-Projektes im vergangenen Jahr ließ OB Ullrich Sierau sich mit der möglicherweise etwas steilen These vernehmen, die Einbeziehung des Bürgerwillens gehöre zu „Dortmunds Planer-DNA“. Zumindest aber was das clevere Nashorn nördlich der Rheinischen Straße angeht, will die Stadt jetzt ganz neue Wege beschreiten und bereits in der Planungsphase dem innovativen Anspruch des Projekts voll gerecht werden.

So soll nicht nur die Nachbarschaft des Areals bereits in dessen Entwicklung mit einbezogen werden, auch die Ausgestaltung der Mitwirkungsangebote möchte man u. a. gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern in Angriff nehmen. Was die zum Einsatz kommenden Formate und Methoden angeht, startet die Stadt Dortmund allerdings nicht bei null, will man sich doch konzeptionell am Management des mittlerweile renommierten nordwärts-Projektes orientieren.

Insgesamt vier Formate wird die Stadtverwaltung dem Rat der Stadt vorschlagen:

  •  Als Raum zur Diskussion der von BürgerInnen, Wissenschaft, Wirtschaft und Fachöffentlichkeit eingebrachten Ideen könnte eine ExpertInnenplattform („RHINO Forum“) ins Leben gerufen werden, die auch – aber nicht nur – rein digitale Formate wie Online-„Kamingespräche“ und virtuelle Thementische beinhaltet.
  • Eine digitale Informationsplattform („RHINOvous“) soll alle Interessierte sowohl über den Planungsstand als auch über angebotene städtebauliche Wettbewerbe, Workshops und weitere Beteiligungsformate auf dem Laufenden halten. Angedacht sind auch moderierte Online-Planspiele.
  • Den digitalen Plattformen möchte man einen analogen Treffpunkt zur Seite stellen und am „Stellwerk 62“ (im Norden der Smart Rhino-Fläche) eine Art Zukunftsdorfplatz („RHINOtopia“) ins Leben rufen, auf dem neue Ideen entwickelt und angeboten werden. Dieser Teil des Konzeptes wäre allerdings nur als Zwischennutzung angelegt, und muss zudem erst einmal auf seine rechtliche und bautechnische Machbarkeit hin überprüft werden.
  • Nicht nur Nostalgie-Fans dürften von den Gedankenspielen entzückt sein, die Trasse der historischen Straßenbahn bis auf das Smart Rhino-Gelände weiterzuführen. Die eingesetzten Fahrzeuge würden dann womöglich teilweise auch als eine Rolle als mobiler Informationsort zum Projekt dienen – und natürlich gleichzeitig als Freizeitangebot fungieren.

An die erwähnten, „informellen“ Beteiligungsformate schließt sich das gesetzlich vorgeschriebene Planverfahren an, welches sich mittels eines städtebaulichen Wettbewerbs auf Ideensuche für das ehemalige Hoesch Spundwand-Gelände begibt.

Mit ihrer Strategie der weit über die formellen Vorgaben hinausgehenden Öffentlichkeitsbeteiligung hoffen Stadtverwaltung und der Projekt-Investor Thelen-Gruppe einen Impuls setzen zu können, der auch jenseits der Dortmunder Stadtgrenzen Vorbildcharakter bekommt.

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