Tiefer – dynamischer – eleganter: Fahrtest Kia Ceed 2018

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Fotos: IN-StadtMagazine

Anfang März wurde die dritte Generation des Kia Ceed auf dem Genfer Autosalon vorgestellt. Grund genug für uns, die IN-StadtMagazine, den koreanischen Kompaktwagen bei einer Probefahrt zu testen. Zunächst fällt uns ein eher unbedeutsames Detail im Namen auf. Das Modell wird ab sofort ohne Apostroph geschrieben. Mit dem wuchtigeren Kühlergrill (Kia: Tigernase), der tieferen Karosserie und der strafferen Linienführung wirkt der Neue im Vergleich zu seinem Vorgänger sportlicher und schlanker auf uns. Die serienmäßigen LED-Tagfahrlichter, die wie Katzenaugen erscheinen, verstärken diesen Eindruck zusätzlich. Als Neuerung ist das Tagfahrlicht auch bei den Rücklichtern nun Serie beim Ceed.

Zunächst wollen wir die „Blue Flame Metallic“-farbige Variante im Inneren unter die Lupe nehmen. Beim ersten Blick in den Innenraum fällt uns die gewohnte Schnörkellosigkeit der asiatischen Fahrzeughersteller auf. Die Platinum Edition, die höchste Ausstattungslinie, verfügt über wenig Verkleidung aus Hartplastik. Im überwiegend schwarzen Cockpit fallen ein paar helle Akzente in mattiertem Chrom-Look ins Auge, wie zum Beispiel die Türgriffe, die untere Lenkradspeiche oder die Zierrahmen um die Belüftungsdüsen und den Schalthebel.

Die Sitzposition passt dank vielfältiger Verstellmöglichkeiten von Lenkung und Sitz für jede Statur. Die karogemusterten Sitze selbst sind sehr bequem. Die mittelhohen Seitenwangen spenden ausreichend Halt, ohne einzuengen.

Das Lederlenkrad wurde in der funktionalen Tastenanzahl verschlankt und um 2 reduziert. In greifbarer Fingernähe sind auf jeder Lenkradseite 6 unterschiedliche Funktionen wie die Telefonfunktionen, Lautstärke und Sprachsteuerung (links) sowie Bordcomputer und Assistenzsysteme (rechts) nutzbar.

Entgegen dem allgemeinen, weltweiten Trend der Fahrzeughersteller hält sich Kia bei der Verwendung von in sich verschmelzenden Displays stark zurück. Zwischen dem klassischen Drehzahlmesser und Tacho findet sich ein kleiner Bordcomputer, der den Fahrer z. B. über Kraftstoffverbrauch oder Tankfüllstand informiert und für die Einstellung der diversen Funktionen wie z. B. Sportmodus genutzt wird.

Auf der Mittelkonsole befindet sich das serienmäßige 7 Zoll-Display mit Touchscreen-Funktion. Praktische Schnellwahltasten direkt unter dem Monitor führen mit einem Klick in Untermenüs wie „Media“, „Nav“ oder „Setup“. Direkt darunter befinden sich die Steuerungstasten für die Klimaanlage, Sitz- und Lenkradheizung sowie die neue Belüftung der Vordersitze. Eine wohltuende Neuerung bei den sommerlichen Temperaturen!

Und nun geht’s los auf die Dortmunder Straßen!
Obwohl sich an den Abmessungen kaum etwas geändert hat, wirken die Proportionen nun dynamischer. Und das spiegelt sich auch beim Fahren wider. Die dritte Generation des Ceed unterscheidet sich in Agilität und Handling deutlich vom Vorgänger. Die Lenkung ist ohne eine zu große Servounterstützung wesentlich geschmeidiger, und verfügt somit über mehr Präzision und Rückmeldung. Das Umgreifen in engen Kurven ist kaum nötig. Mit seiner neuen Ausrichtung liegt der Koreaner zunehmend neutraler in den Kurven und schont das ESP. Die sensibel ansprechende Federung sichert das angenehme Fahrgefühl selbst bei starken Straßenschäden.

Auch bei dem neuen Kompakten legt Kia viel Wert auf die Assistenzsysteme, um die Sicherheit für Fahrer und Beifahrer höchstmöglich zu wahren.
Neben den standardmäßigen sieben Airbags sind serienmäßig auch ein Fernlichtassistent, Müdigkeitswarner, Spurhalteassistent mit haptischem Feedback im Lenkrad sowie ein Notbremsassistent an Bord.

Ebenfalls serienmäßig ist auch eine Gegenlenkunterstützung, die beim Bremsen in Kurven die Fahrstabilität erhöhen soll. Als Neuerung im Sicherheitssektor ist erstmalig ein Stauassistent erhältlich. Er erkennt Fahrbahnmarkierungen und hält die Fahrspur. Das System orientiert sich außerdem am vorausfahrenden Verkehr, beschleunigt, bremst und lenkt zwischen 0 und 130 km/h selbstständig. Optionale Assistenzsysteme für den Ceed sind ein adaptiver Tempomat, Totwinkelassistent, Querverkehrswarner, Fußgängererkennung sowie ein Einparkassistent zum längs und quer Einparken.