Fahrbericht neuer Kia e-Niro – Elektro-SUV mit großer Reichweite

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Fotos: IN-StadtMagazine

Bis zum Jahr 2025 plant Kia eine Modell- und Innovationsoffensive, wie es sie in der Geschichte des Unternehmens noch nie gab: Die Palette emissionsarmer Fahrzeuge soll von sechs Modellen heute auf weltweit 16 steigen. Dabei sind die rein elektrischen Fahrzeuge Kia Soul EV und der jüngst vorgestellte Kia e-Niro Fahrzeuge, die fossile Treibstoffe konsequent durch Strom ersetzen. Der Kia Niro fährt alternativ auch als Kia Niro Hybrid vor – oder ist als Kia Niro Plug-in Hybrid mit Steckdosenanschluss zu haben.

Auto Aktuell fuhr den neuen Kia e-Niro in der Ausstattungsvariante „Spirit“.

Die Kühlermaske ist geschlossen, blaue Zierstreifen setzen sich markant am wuchtigen Fahrzeugäußeren in Szene: In der für E-Autos typischen Designsprache steht der neue Kia e-Niro beeindruckend vor uns. Der sportliche Charakter des kompakten Crossover-Modells wird unterstrichen von den dynamisch nach hinten gezogenen Frontscheinwerfern sowie dem ausgefallenen Design der unverwechselbaren Rückleuchten. Durch die relativ lange Motorhaube, die kurzen Überhänge und die ansteigende Schulterlinie zeigt der knapp 4,40 m lange Niro ein äußerst athletisches Auftreten. Das unter Federführung der Kia-Designzentren in Kalifornien und Korea entwickelte Design wurde bereits mit weltweit renommierten Preisen prämiert.

Innenraum und Platzangebot
Der Kia e-Niro ist erstaunlich geräumig. Wir sitzen vorne und hinten bequem, Sitzheizung inklusive Sitzlüftung sind im Testwagen verbaut. Auffällig ist der Gangwahl-Drehschalter, der den konventionellen Wählhebel ersetzt, da das einstufige Reduktionsgetriebe rein elektrisch geschaltet wird. Er ist äußerst ergonomisch platziert: direkt vor der Mittelarmlehne in einem Bedienfeld, das daneben unter anderem die Tasten für Lenkradheizung, Parkbremse, Fahrmodus-Wahl und Parksensoren beinhaltet. Die vielen Knöpfchen, Regler und Schalter leuchten uns bei Dunkelheit in gefälligem Rot entgegen.

Das digitale Cockpit erinnert daran, dass wir in einem Stromer unterwegs sind, wie auch die Anzeigen für Reichweite, Leistungsbedarf und Rekuperation, also die Energierückgewinnung beim Bremsen. Das mittig platzierte 8 Zoll Display ist der Navigation und Multimedia mit Apple CarPlay und Android Auto vorbehalten, nahegelegene Ladestationen werden angezeigt. Beim Blick in den Kofferraum zeigt sich: Der E-Crossover glänzt mit einem geräumigen Gepäckabteil (451 Liter). Durch Umklappen der Rücksitzlehne wächst das Fassungsvermögen auf bis zu 1.405 Liter.

Purer Fahrspaß bei hoher Reichweite
Mit leerer Batterie am Straßenrand stranden? Das sollte man mit dem e-Niro zu den Akten legen können. Wir setzen den Stromer – begleitet von einem leichten Surren – in Bewegung. Die Reichweitenanzeige zeigt 433 Kilometer an. Unterwegs sind wir mit dem stärkeren 150 kW (204 PS) Motor, der über eine Batteriekapazität von 64 kWh verfügt und eine kombinierte Reichweite von 455 Kilometern ermöglicht. Im City-Zyklus können wir mit einer Batterieladung sogar bis zu 615 Kilometer zurücklegen. Das ist mehr, als viele benzinbetriebene Fahrzeuge im Stadtverkehr mit einer Tankfüllung schaffen. 7,8 Sekunden von Null auf 100 km/h verspricht Kia für unseren Testwagen. Das klingt durchaus glaubhaft, denn beim Druck auf das Fahrpedal geht es äußerst munter und ansatzlos voran. Das absolute Aha-Erlebnis: Beim Überholen steht uns ein maximales Drehmoment von 395 Nm auf den Punkt zur Verfügung und katapultiert den e-Niro pfeilschnell an fahrenden „Hindernissen“ vorbei. Bei knapp 170 km/h ist dann aber Schluss. Da die Batterie des e-Niro in den Fahrzeugboden integriert ist, führt der dadurch bedingte tiefe Fahrzeugschwerpunkt zusammen mit dem relativ langen Radstand zu hoher Kurvenstabilität, reduzierter Wankneigung und gesteigertem Fahrspaß. Wer allerdings partout nicht auf kernigen Motorsound verzichten kann, sitzt hier im falschen Fahrzeug.

Da der e-Niro schnellladefähig ist und bis zu 100 kW Ladeleistung verkraftet, dauert eine Ladung von 20 auf 80 Prozent gerade einmal rund 40 Minuten.

Viele Helferlein an Bord
Abstandsregeltempomat, Spurhalteassistent, Toter-Winkel-Warner und vieles mehr sorgen zudem für stressfreies Fahren – Kia hat in unseren Testwagen fast alles reingesteckt, was das Teilelager bei den Koreanern hergibt.

Fazit: Der Kia e-Niro mit 64 kWh-Batterie und 150 kW (204 PS) kann mit hoher Reichweite, viel Patz und einem attraktiven Listenpreis (ab 39.090 Euro) überzeugen. Als reines E-Auto wird der e-Niro mit einer Umweltprämie von aktuell 4.000 Euro gefördert. Als Bonus gibt es noch die bekannte 7-Jahres-Garantie der Koreaner, die auch für die Batterie gilt.

Kia e-Niro mit 64 kWh-Batterie: Stromverbrauch kombiniert 15,9 kWh/100 km; CO₂-Emission kombiniert 0 g/km.

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