Fahrbericht: Hyundai Nexo – emissionsfreies SUV mit Brennstoffzellen-Technik

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Fotos: IN-StadtMagazine

Hyundai hat auf dem Weg zur emissionsfreien Mobilität einen großen Schritt in die Zukunft gemacht: Mit dem neuen Nexo präsentiert das Unternehmen nach dem ix35 Fuel Cell, dem seit 2013 weltweit ersten in Serie gefertigten Brennstoffzellenfahrzeug, bereits die zweite Generation eines Elektromodells, das als Energieträger Wasserstoff nutzt. „Liefern statt ankündigen“, so die Devise der Koreaner.

„Auto Aktuell“ der IN-StadtMagazine fuhr mit dem neuen Hyundai Nexo das Brennstoffzellenfahrzeug der neuesten Generation:

Zunächst stellen wir fest: Die neue Technik steckt nicht in einem futuristischen Raumschiff, sondern in einem schicken SUV-Kleid. Der „Cocoon Silver“-farbene SUV besticht mit einem geradlinigen und eleganten Design, das sowohl Effizienz als auch absolute Schönheit verkörpert. In die breit wirkende Frontpartie sind auffällige, horizontale LED-Tagfahrleuchten eingelassen, die über die komplette Breite mit einer dünnen Lichtlinie miteinander verbunden sind. Die dreieckigen Scheinwerfer darunter komplettieren mit dem verbreiteten Kaskaden-Kühlergrill die kraftvolle, optische Wirkung.

Sehr schön auch: Die nahezu dreieckig geformte Heckscheibe integriert sich fließend in die Geradlinigkeit der Seitenpartien. Die ebenfalls dreieckigen LED-Rückleuchten unterstützen das unverwechselbare Erscheinungsbild. Als erstes Hyundai-Modell besitzt der Nexo bündig versenkbare Türgriffe, die ebenfalls die klare Linienführung unterstreichen und auch die Aerodynamik verbessern. Hierfür sorgen außerdem die speziell geformten Aero-Felgen im 17- oder 19-Zoll-Format.

Spaciges Interieur mit üppigem Raumgefühl
Genug gesehen – jetzt wir sind gespannt, was uns der Hyundai im Audi-Q5-Format im Innenraum bietet und nehmen neugierig Platz. „Ist verdammt hell hier“, flüstern wir uns zu und lassen die modern anmutenden Weiß- und Grautöne ganz entspannt auf uns wirken. Das fühlt sich gut an. Einige der Kunststoffe tragen sogar eine leicht holzartige Maserung.

Die äußere, horizontale Linienführung wird im Inneren des SUV konsequent fortgeführt. Das Digital-Cockpit mit der Kombination aus 12,3-Zoll-Navigationsdisplay und 7 Zoll-Display direkt vor dem Fahrer erinnert sehr an eine Kommandozentrale. Denn diese beiden Displays überspannen mehr als die Hälfte des Armaturenbretts. Während die digitalen Instrumente die Anzeige unter anderem von Geschwindigkeit, Tankfüllstand, Fahreffizienz und Assistenzsystemen übernehmen und je nach Fahrmodus ihre Farbe ändern, verfügt der rechte Bildschirm über eine neue Split-Screen-Funktion. Navigationsanweisungen, Konnektivitäts- und Infotainment-Features sowie Informationen über die Arbeitsweise des Antriebssystems können so entweder jeweils allein oder gleichzeitig angezeigt werden.

Die vielen Knöpfe auf einer futuristischen Steuerungsbrücke (Mittelkonsole) überwältigen uns ein wenig – sind aber, so finden wir schnell heraus, logisch sortiert: Über die Shift-by-Wire-Technik werden Einstufenautomatik und Parkbremse per Knopfdruck gesteuert. Audio- und Klimaanlage lassen sich von hier perfekt bedienen. Die optisch frei schwebende Mittelkonsole bietet zudem noch zusätzlichen Stauraum und beinhaltet zwei USB-Ladeanschlüsse sowie eine Smartphone-Ablage mit kabelloser Ladefunktion nach dem Qi-Standard.

An Platz mangelt es dem neuen Hyundai Nexo sicherlich nicht. Sowohl die Bein- als auch die Kopffreiheit reichen für uns 1,85 m große Insassen aus. Bis zu fünf Personen lassen sich problemlos unterbringen. Der geräumige Kofferraum verfügt über ein Ladevolumen von 461 Litern – bei umgelegten Rücksitzlehnen von 1466 Litern, und bietet somit genügend Platz für Transport und Reise.

Sicherheit wird großgeschrieben
Erfreulicherweise knausert Hyundai beim Nexo nicht bei der Ausstattung. Für 69.000 Euro bleiben von den kompletten Assistenzsystemen mit Stau-, Einpark- und Querverkehrfunktion über die DAB-Soundanlage mit Echtzeitnavigation bis hin zu den Lichtsensoren keinerlei Wünsche offen.

Drei Wasserstofftanks unter dem Kofferraum
Der Hyundai Nexo ist ein Elektroauto, das den Strom aus einer mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzelle bekommt. Für die Befüllung der drei Wasserstofftanks benötigen wir weniger als fünf Minuten. Das ähnelt damit dem Tankvorgang herkömmlich betriebener Fahrzeuge. Der absolute Hammer: Auch bei der Reichweite liegt der SUV auf dem Niveau konventioneller Benzin- oder Dieselmodelle: mit bis zu 756 Kilometern Reichweite erlaubt er nicht nur das Zurücklegen großer Strecken innerhalb kurzer Zeit, sondern bietet zugleich die größte Reichweite bei elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Chapeaux! Der Koreaner stößt dabei lokal keinerlei CO2-Emissionen aus, was gerade in von Schadstoffen belasteten Innenstädten ein großes Plus darstellt. Um den Umweltgedanken am Ende konsequent zu verfolgen, muss Wasserstoff langfristig aus regenerativen Energiequellen stammen.

Fahrverhalten: mühelos, sparsam und sicher
Wir starten und fahren los – wie mit jedem anderen Elektroauto. Das bedeutet, sanft und völlig entspannt fast geräuschlos dahingleiten. Fahren, tanken, weiterfahren – in Dortmund immer noch häufig zugeparkte Ladesäulen lassen wir schlicht links liegen. Die enorme Durchzugskraft des Nexo ausprobieren – hey, das macht Spaß! Beim Nexo sind es satte 395 Newtonmeter, der Spurt auf 100 km/h dauert schlappe 9,2 Sekunden. Bei höheren Geschwindigkeiten schwindet die Leichtfüßigkeit des Antriebs allerdings ein wenig.

Fazit: So macht elektrisch fahren noch mehr Spaß – allerdings werden 2019 in Deutschland erst rund 100 öffentliche Wasserstoff-Stationen für Pkw verfügbar sein.

Kraftstoffverbrauch kg H2/100km: innerorts 0,77; außerorts 0,89; kombiniert 0,84; Co2-Emmision 0 g/km; Effiziensklasse A+
Einstiegspreis: 69.000,00 Euro.

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