Dortmund auf dem Weg zum Kopenhagen Westfalens: Radverkehrsanteil soll bis 2030 verdoppelt werden

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Symbolfoto: IN-StadtMagazine (Archiv)

Dortmund soll Fahrradstadt werden. Nach den vorläufigen Auswertungen der aktuellen Mobilitätsbefragung liegt der Radverkehrsanteil aktuell bei 10 %. Dies ist eine bedeutende Steigerung gegenüber 2013 (6,4 %), ist aber noch weiter ausbaufähig.

Dem Radverkehr kommt neben dem ÖPNV eine zentrale Bedeutung bei der Gestaltung der Verkehrswende und der Reduktion verkehrsbedingter Luftschadstoffe zu. Die Aktivitäten zur Radverkehrsförderung sollen daher massiv ausgeweitet werden, sowohl in Bezug auf bauliche als auch in Bezug auf regulatorische Maßnahmen und der Umsetzung von Kommunikations- und Werbemaßnahmen.

Ziel ist es, die Lebensqualität der Dortmunderinnen und Dortmunder zu steigern, den öffentlichen Raum für die Nahmobilität zurückzugewinnen sowie die Sicherheit und Aufenthaltsqualität für Fußgängerinnen und Fußgänger und insbesondere für mobilitäts-eingeschränkte Personen zu erhöhen.

Der Radverkehrsanteil soll sich bis 2030 auf 20 % verdoppeln. Hierfür ist ein wesentlich höherer Ressourceneinsatz erforderlich. Der Rat hat bereits in seiner Sitzung am 04.07.2019 Personalaufstockungen im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt sowie im Tiefbauamt beschlossen; die ersten Einstellungsverfahren laufen derzeit.

Radverkehrsmaßnahmen binden bereits einen zunehmenden Teil des Straßenbauetats. Bis 2022 sollen die Mittel für den Fahrradverkehr auf zunächst jährlich 6 Millionen Euro mindestens hochgefahren werden.

Die Aktivitäten zur Radverkehrsförderung sollen in allen Bereichen verstärkt werden. Vorgesehen ist, vorhandene Netzlücken weiter zu schließen und vor allem sogenannte Substandards in Form von Schutzstreifen Schritt für Schritt abzubauen. Auf Nebenstrecken soll ein Netz von Fahrradrouten durch Ausweisung von Fahrradstraßen entstehen. Die beiden ersten Achsen werden im Rahmen der Emissionsfreien Innenstadt realisiert.

In den nächsten 10 Jahren sollen mindestens 20 neue Abstellanlagen entstehen und mehrere tausend Fahrradbügel im öffentlichen Raum aufgestellt werden. Das in 2019 begonnene Programm zur Roteinfärbung von Knotenpunkten wird fortgesetzt.

Die Verwaltung beabsichtigt, eine Fahrradnavigationsapp zur Unterstützung der individuellen Routenwahl und zur Erfassung von Datengrundlagen für die Radverkehrsförderung einzuführen. Hierfür werden derzeit Fördermittel des Bundes und des Landes eingeworben.

Die im Rahmen der Emissionsfreien Innenstadt vorgesehene Öffentlichkeitskampagne ist Einstieg in eine kontinuierliche Kampagnenarbeit. Sie wird unterstützt durch Aktionen für bestimmte Zielgruppen wie Arbeitspendler, Freizeitradler u. a. m.

Das Fahrradverleihsystem metropolradruhr soll deutlich ausgebaut werden. Die Stadt Dortmund wird sich dafür einsetzen über eine regionale Ausschreibung mehr Ressourcen für das Fahrradverleihsystem zur Verfügung zu stellen.

Die neuen Pesonalressourcen sollen auch genutzt werden, die Planungsarbeiten am Radschnellweg Ruhr zu beschleunigen. Zur weiteren Planung dieses Projektes wird die Verwaltung Anfang 2020 eine gesonderte Vorlage einbringen.

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