B474n: Ortsumgehung Datteln entlastet Bürger und bindet Industrie- und Gewerbegebiet NewPark an

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(Symbolfoto: IN-StadtMagazine)

Mit einem feierlichen Akt hat der Bau der Ortsumgehung Datteln am 4. Oktober begonnen. Los geht es mit dem ersten Abschnitt der von der B235 nördlich von Datteln bis zur A45 im Autobahnkreuz Dortmund-Nordwest geplanten B474n.

Brücke über Dortmund-Ems-Kanal
An der Stelle, an der der erste Bauabschnitt der 4,1 Kilometer langen Ortsumgehung Datteln nun begonnen wurde, entsteht in den kommenden Monaten ein markantes Bauwerk. Im Bereich des Dattelner Meeres wird die Neubaustrecke den Dortmund-Ems-Kanal queren. Eine so genannte Stabbogenbrücke wird dazu an Land vormontiert, um dann mit Hilfe eines Schwimmpontons an ihren Bestimmungsort eingeschwommen zu werden.

„Schon die Ortsumgehung Datteln wird nach ihrer Fertigstellung eine große Entlastung für die Bürgerinnen und Bürger von Datteln bringen“, sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst beim Spatenstich. „Gleichzeitig binden wir das Industrie- und Gewerbegebiet NewPark verkehrlich an und schaffen so die Voraussetzung für eine positive wirtschaftliche Entwicklung der Region.“ Bislang rollt ein Großteil des Verkehrs Richtung Münsterland und Ruhrgebiet über die B235 durch Datteln hindurch. „Für die Menschen dort wird der Bau der B474n mehr Verkehrssicherheit und Lebensqualität bringen“, so der Minister.

Entlastung für hoch belastete Strecken
Doch auch die zahlreichen Pendler und Unternehmen in der Region sollen von dem Bau der Umgehungsstraße profitieren. Anlässlich des Spatenstichs freute sich der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Enak Ferlemann: „Wir bündeln einen Großteil des Verkehrs auf einer neuen Achse und entlasten so derzeit hoch belastete Strecken. Ziel ist, mit dem weiteren Anschluss an die A45 im Süden den östlichen Emscher-Lippe-Raum verkehrlich zu erschließen und das Münsterland mit dem Ruhrgebiet zu verbinden.“

Eingriff in die Natur wird ausgeglichen
Mit dem feierlichen Spatenstich begannen die Straßen- und Brückenbauarbeiten. Gearbeitet wird im Auftrag von Straßen.NRW allerdings schon länger. Ein Teil der notwendigen Ausgleichsmaßnahmen ist sogar bereits fertiggestellt worden. „Straßenbau ist ohne einen Eingriff in die Natur kaum möglich, darum sorgen wir an anderer Stelle dafür, dass Pflanzen und Tiere einen neuen oder einen verbesserten Lebensraum finden“, sagte Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek. Über 13 Hektar Extensivgrünland wurden neu angelegt oder aus intensiv bewirtschafteten Flächen umgewandelt, eine 1,1 Hektar große Streuobstwiese bietet Insekten, Vögeln und Kleintieren Nahrung und Lebensraum. „Zudem werden auf einer Fläche von mehr als 20 Hektar Wald und Feldgehölze gepflanzt“, so die Direktorin des Landesbetriebes. Und nicht nur auf den Ausgleichsflächen kommt die Natur zu ihrem Recht. Auch das so genannte Straßenbegleitgrün der künftigen Ortsumgehung bietet auf weiteren zehn Hektar Nahrung und Lebensraum vor allem für Insekten.

Hintergrund

• Der erste Bauabschnitt umfasst den Neubau der Kanalbrücke sowie die Erdbauarbeiten für die Neubautrasse bis zur Markfelder Straße. Das Brückenbauwerk ist 206 Meter lang und besteht aus einer Stabbogenbrücke (126 Meter) und einer Vorlandbrücke. Die Brücke mit zwei Fahrspuren wird einen separat geführten Geh- und Radweg haben.
• Der zweite Bauabschnitt beginnt voraussichtlich im 2. Quartal 2020. Hier wird südlich der Brücke die Verbindung zur L609 hergestellt. Der Bau von zwei Regenrückhaltebecken sowie die Anlage eines naturnah gestalteten Gewässers gehören zu diesem Bauabschnitt. Beim Bau der Strecke wird der Schutz von Amphibien, Wildtieren und Fledermäusen mit besonderen Maßnahmen berücksichtigt.
• Im dritten Bauabschnitt ab 2021 erfolgt der Lückenschluss nördlich der Brücke zur B235. Hier werden zwei weitere Brücken gebaut: eine Brücke über den Dattelner Mühlenbach sowie die Überführung des Natroper Weges.

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