Auswirkungen der Pandemie auf die Stadtverwaltung – Kämmerer rechnet mit Minus

0
8
Symbolfoto: pixabay

Personaldezernent Christian Uhr: „Die Stadtverwaltung reagiert – ähnlich wie andere Dienstleistungsbereiche – natürlich auch auf die Situation in der Stadt.“ So habe die Verwaltung in einigen Bereichen die Publikumszuströme auf das erforderliche Mindestmaß heruntergefahren. Diese Sachlage würde von den Bürger*innen gut angenommen, so Uhr. Die Stadtverwaltung reagiere sehr flexibel, machte er deutlich: „Wir fahren zum Teil Schichtmodelle in den Ämtern und in den gewerblich-technischen Bereichen oder im Bereich der Kinderbetreuung, um sicherzustellen, dass wir die Dienstleistungsqualität erhalten können.“

Digitales Arbeiten
Auch das digitale Arbeiten hat durch die neue Situation an Bedeutung gewonnen. Von 8.900 Arbeitsplätzen sind 2.500 Arbeitsplätze mit mobilen Geräten ausgestattet. „Die Statistik zeigt, dass zehn Prozent der Beschäftigten das Angebot annehmen, digital zu arbeiten. Das ist auch eine Möglichkeit, Kontakte zu entzerren“, so der Personaldezernent. Dort, wo zurzeit Personal frei wird, prüft die Stadt, an welcher Stelle dieses Personal sinnvoll eingesetzt werden könne.

Stadtfinanzen in Zeiten von Corona
Stadtkämmerer Jörg Stüdemann bewertete die Lage aus Finanzsicht: „Wir haben früh und schnell konsumtive und investive Mittel zur Verfügung gestellt für das Management der Coronavirus-Krise innerhalb der Stadtverwaltung, um unsere Aufgaben zu erledigen. Diese Positionen haben wir noch nicht ausgeschöpft.“ Zentral werden die getätigten Aufgaben über das Gesundheitsamt erfasst, Fachbereiche melden ihren Aufwand direkt dorthin. „Auf diese Weise können wir Ausgabe- und eventuelle Einnahmepositionen im Zusammenhang mit Corona gut verfolgen“, sagte der Kämmerer.

Minderaufwendungen von vier Millionen bei Kultur-Einrichtungen
Ein zweiter Komplex sei das Ausbleiben der Einnahmen bei den Veranstaltungsangeboten der Stadt. „Es bahnt sich an, dass nicht nur im März/April Ausfälle zu verzeichnen sind, sondern aller Voraussicht nach auch im Mai“, so Stüdemann. Die städtischen Institute hätten jeweils kalkuliert, welche Ertragsausfälle damit verbunden sein werden, aber auch welche Minderaufwendungen es eventuell gibt: Ein großer Gebäudekomplex wie das Theater habe beispielsweise weniger Aufwand, wenn es nicht genutzt wird – etwa geringeren Stromverbrauch. „Im Saldo wird das für die Stadt ungefähr bedeuten, dass wir auf den ersten Blick mit Konzerthaus, Kulturbetrieben und Theater einen Minderertrag von ungefähr vier Millionen Euro haben werden für den Zeitraum von März bis Anfang Juni“, erläuterte Stüdemann.

Große Veränderungen im Haushalt
Der dritte Komplex, so der Kämmerer, sei viel umfangreicher in seinen finanziellen Auswirkungen: „Die Rettungsschirme, die ausgehandelt worden sind auf Bundes- und Landesebene, bieten die Chance den Einschlag in das gesamte Wirtschaftsleben etwas zu verringern. Wenn aber auch beispielsweise Steuerstundungen damit einhergehen, können wir heute schon sagen, dass wir bis Jahresende eine Veränderung in unserem Haushalt haben werden, der wahrscheinlich über 100 Millionen Euro liegen wird im Effekt. Wie das bedient werden soll, und wie das mit Bund und Land zu besprechen ist, kann ich im Moment noch nicht identifizieren.“ Vor dem Hintergrund der sich anbahnenden Entwicklung werde man alles daran setzen müssen, den Haushalt vernünftig zu bewirtschaften und bei den Ausgaben so zurückhaltend wie irgend möglich zu sein, „damit wir einen Teil dieser eintretenden negativen Effekte auch noch selbst kompensieren können“, bilanzierte Stüdemann.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
500