Aktiv gegen den Fachkräftemangel: Projekt „Ich bin drin“ unterstützt beim Übergang von Schule in Beruf

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Ein Team steht den Jugendlichen als Mentor*innen, vor allem aber als "Abi" und "Abla" (ältere Geschwister) zur Seite. (Foto: Aysun Tekin)

Seit dem 1.1.2019 ist Aysun Tekin vom Verein „Unternehmen.Bilden.Vielfalt“ (UBV e. V.) mit ihrem Projektteam im Auftrag von „nordwärts“ unterwegs. Das Projekt „Ich bin drin“ hat zum Ziel, Schüler*innen in den Abschlussklassen eine „helfende Hand“ anzubieten, damit sie erfolgreich den direkten Weg von der Schule in eine Berufsausbildung bewältigen.

Durch eine individuelle und ganzheitliche Begleitung werden die migrantischen Jugendlichen bei der Berufswahl, bei der Ansprache von Ausbildungsbetrieben und bei Vorstellungsgesprächen unterstützt. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum „nordwärts“-Handlungsfeld „Qualifizierung und Bildung“ sowie zur Integration in die deutsche Gesellschaft.

Mentor*innen helfen wie ältere Geschwister
Die Aufgaben der „helfenden Hand“ übernimmt ein Team von pädagogischen Fachkräften. Sie stehen den Jugendlichen als Mentoren, vor allem aber als „Abi“ und „Abla“ (ältere Geschwister) zur Seite. Das beinhaltet eine starke vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Jugendlichen bei guter Kenntnis ihrer Lebenswelt.

152 Jugendliche im Projekt
„Das Projekt „Ich bin drin!“ bietet eine Win-Win Situation für alle Beteiligten im Bereich Übergang Schule-Beruf. Mit unserer Unterstützung zur generellen Bildung, Ausbildung oder auch Beschäftigung werden jungen Menschen Zukunftsperspektiven ermöglicht“, so Aysun Tekin, Leiterin des UBV-Teams. „Beachtlich ist, dass Jugendliche aufgefangen werden, die teilweise keine Hoffnung mehr auf eine berufliche Zukunft haben“.

Mehr als 200 junge Erwachsene wurden seit Projektbeginn durch Informationsveranstaltungen und Klassenpräsentationen über das Angebot des Projektes informiert, 152 wurden in das Projekt aufgenommen. Bis zum 31.12.2019 gab es 92 Jugendliche, die durch das Beratungsangebot ein passendes Angebot (62 in beruflicher Ausbildung, 15 in schulischer Ausbildung, zwölf in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung) gefunden haben.

Unternehmen können Ausbildereignung erwerben
Darüber hinaus wurden im Zuge des Projektes 20 Unternehmen intensiv zu Qualifizierungsangeboten beraten und zwölf Unternehmen für den Abschluss der sog. „Ausbildereignung“ gewonnen, was gleichbedeutend mit zukünftigen Ausbildungsplätzen ist.

Unter den Auszubildenden stellen die Mädchen die Mehrheit: von 62 Auszubildenden im dualen System sind 35 Mädchen und 27 Jungen. In schulischen Ausbildungen sind zehn Mädchen und fünf Jungen. Die männlichen Teilnehmer finden überwiegend Ausbildungsstellen bei Handwerks- und Industrieberufen. Die Mädchen interessieren sich mehr für Pflege- oder medizinische Berufe, z. B. Altenpflegerin oder Krankenschwester.

Ganzheitliche Beratung
„Das Abi-Abla-Prinzip ist ein speziell ausgelegtes Design, um die Potenziale der Jugendlichen zu erkennen und einen optimierten Übergang von der Schule in die Ausbildung zu schaffen. Eine ganzheitliche Beratung verwirklicht hierbei eine stetige und schnelle Entwicklung der Jugendlichen und bereitet sie auch auf das Berufsleben oder den Bildungsgang, der sie erwartet, vor“, beschreibt Aysun Tekin, was hinter dem Projekt steckt. „Verschiedene Faktoren tragen ebenso eine Wichtigkeit für Chancengleichheit und Fairness. Hierbei ist es essenziell, dass Unternehmen sensibilisiert und die Eltern eingebunden werden.

Besonders wichtig ist, dass die Unternehmen den Jugendlichen eine Chance geben, sich zu beweisen. Denn die Erfahrung zeigt uns, dass die Jugendlichen immer ihre Chance nutzen!“

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