359 Decken, 54 Schlafsäcke und 13 Isomatten – Spenden für die obdachlosen Geflüchteten auf Lesbos

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Gemeinsam beluden (v. l.) Mahwar, Kanzi, Basma, Haniya, Fabiola, Timo und Tino den LKW zur Fahrt nach Nettetal. (Fotos: IN-StadtMagazine)

„Da muss gehandelt werden. Sonst können Sie Europa und einen Wert wie Menschlichkeit in die Tonne treten“, äußerte Schauspieler Trystan Pütter nach einem Besuch des abgebrannten Geflüchtetenlagers Moria auf Lesbos gegenüber der FAZ. Zwar bezieht er sich vorrangig auf die Aufnahme von Menschen, über die allein der Bund entscheiden kann. Aber auch kleinere humanitäre Aktionen zeigen Wirkung.

Im Rahmen ihrer Möglichkeiten haben viele Hörder*innen das im September getan, vor allem aber die Teilnehmerinnen des Konversationskurses beim Verein CHANCENGLEICH in Europa und die Initiative „Liebe im Karton“.

Normalerweise sammelt letztere Sachspenden, um Kindern in Flüchtlingscamps Weihnachtsgeschenke machen zu können. Doch nach den Bränden rief sie über Facebook dazu auf, noch weitaus existenziellere Waren sowie Geld zur Verfügung zu stellen. Und die Menschen spendeten: 359 Decken, 54 Schlafsäcke, 13 Isomatten und massenweise haltbare Lebensmittel, Babynahrung, Hygieneprodukte und Kleidungsstücke wuchsen über mehrere Wochen im Hörder Zentrum für Vielfalt zu regelrechten Bergen an. Eine Händlerin spendete 300 Stück hochwertige Seife. Auch wer wenig hatte, brachte etwas in die Räumlichkeiten Am Heedbrink. „Jeder hat sein letztes Hemd gegeben“, zeigte sich Fabiola Baumann begeistert, die sich sowohl für Liebe im Karton als auch für CHANCENGLEICH in Europa engagiert.

Am 16. September war es dann soweit. In Teamarbeit verpackten die Konversationskurs-Teilnehmerinnen und Fabiola Baumann die Spenden in Kartons und Säcke und stapelten sie vor dem Haus. Denn dort hielt bald darauf ein Miet-LKW, gefahren von Timo de Vries und seinem Kollegen. Ehrenamtlich verluden die beiden Männer gemeinsam mit den Frauen die Sachen in den LKW. Von Hörde aus brachten sie sie nach Nettetal, der auserkorenen Sammelstelle für NRW. Der nächste Transport ging anschließend direkt nach Lesbos. „Wir wissen, dass jedes Paket ankommt“, betonte Fabiola Baumann. Und sie sollte Recht behalten. Ende September trafen die Spenden auf der Insel ein, wo sie durch die Organisation Stand by me Lesvos verteilt wurden.

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