Walter Liggesmeyer – ein Leben für die Kunst

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Walter Liggesmeyer in seiner Wohnung

Der bekannte Dortmunder Maler und Schriftsteller Walter Liggesmeyer wurde 1938 in Paderborn geboren und verbrachte seine Kindheit in Bad Lippspringe. Nach einer Banklehre kam er 1958 nach Dortmund, um sein Abitur auf dem Abendgymnasium (damals das einzige weit und breit) zu absolvieren. In Münster studierte er Jura und arbeitete dann als Rechtsanwalt und Justitiar. Hauptberuflich widmet er sich der Kunst seit 1982. „Irgendwann hatte ich das Bedürfnis zu malen und daraus hat sich alles entwickelt“, so Liggesmeyer. Unzählige Öl- und Acrylbilder sowie Ölkreide-Papierbilder sind seitdem entstanden. Liggesmeyer ist aber nicht nur mit dem Pinsel erfolgreich – aus seiner Feder entsprangen zahlreiche Gedichtbände, Romane und Theaterstücke. Als letztes erschien der Gedichtband „Kirschenküsse und trauernde Asche“. Seine Inspirationen für seine Bilder – Träume, Erinnerungen, Sehnsüchte, Leid, Sinnlichkeit und Lust – kommen aus ihm heraus und beeinflussen auch seine Gedichte und Texte. Seine Bildwerke bestechen durch reine, bunte, harmonische Farben, dem gekonnten Einfangen von Licht und einer anrührenden Poesie – Bildgegenstände treten zurück oder lösen sich fast vollständig in den Farben auf. „Meine Bilder haben meist keinen Titel. Jeder sollte das Bild immer selbst erleben können und für sich erschließen“, erklärt der Künstler. Liggesmeyer malt oft Zyklen. 1988 entstand, nach einem Besuch des Konzentrationslagers, der Zyklus über Auschwitz. Die Farben – untypisch für Liggesmeyer – meist in Schwarz und Weiß, die das unbeschreibliche Leid der Menschen bedrückend widerspiegeln. Seiner Lieblingsstadt Paris widmete er auch einen eigenen Zyklus und der geliebten Toskana ebenfalls. Auf einem Weingut in San Miniato in der italienischen Provinz Pisa in der Toskana verbrachte er viel Zeit. Hier entstanden die meisten seiner einzigartigen Papierbilder. Von den italienischen Wurzeln durch seine Großmutter väterlicherseits hat Liggesmeyer übrigens erst vor einiger Zeit erfahren.
Im Jahr 2004 erschuf der Künstler das fünfteilige sowie zehn Meter breite Werk „Die letzte Schicht“, das sich mit dem Untergang des Bergarbeitertums beschäftigt. Es befindet sich im Besitz der Stadt Dortmund und hat einen würdigen Platz im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern gefunden.
International bekannt wurde er mit Ausstellungen 2005 in Warschau und 2012 stellte er als erster deutscher Künstler seine Arbeiten im Atrium des tschechischen Parlaments aus. Seine Werke findet man national und international in Galerien, Botschaften und öffentlichen Einrichtungen.
Der LWL-Klinik in Aplerbeck ist er seit Jahren freundschaftlich verbunden. Viele seiner Bilder zieren die Wände in der Klinik und auf einem Dachboden ist der größte Teil seiner Werke eingelagert. Die Dachboden-Ausstellungen dort waren immer einzigartig und passten zu Liggesmeyer. Unkompliziert, schnörkelos, grandios! Walter Liggesmeyer ist aber nicht nur Maler und Schriftsteller. Er engagiert sich aktiv für Solidarität, Toleranz, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

Kontakt:  Walter Liggesmeyer 0231 – 12 15 51 oder Georg Deventer 0172 271 48 63

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