Stadt Dortmund plant Großsporthalle und Maßnahmen gegen Hallen-Engpass

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Hinter dem U-Turm im Bereich der Übelgönne soll eine Großsporthalle entstehen. (Foto: IN-StadtMagazine)

Der dringende Sanierungsbedarf vieler Dortmund Sport- und Turnhallen und die damit verbundenen Schließungszeiten machen aktuell sowohl für den Schul- als auch für den Vereinssport einen Regelbetrieb fast unmöglich.

Aufgrund der zeitlichen Begrenzung einiger Förderprogramme, aus denen die Sanierungsmaßnahmen finanziert werden (Gute Schule 2020 und Kommunalinvestitionsförderungsgesetz KIF 1 und 2), lässt es sich nicht vermeiden, mehrere Hallen gleichzeitig zu sperren. Die daraus resultierenden logistischen Probleme stellen alle Beteiligten vor große Herausforderungen.

Im Rahmen eines Krisentreffens des für die Verteilung der vereinsgenutzten Hallenzeiten zuständigen Hallenausschusses wurden am 6. März zwischen Vertretern des Stadtsportbundes (SSB) und der Sport- und Freizeitbetriebe der Stadt Dortmund erste Maßnahmen vereinbart und weitere Lösungsoptionen aufgezeigt. Das wurde insbesondere deshalb notwendig, weil sich eine kurzfristige Entlastung durch den Aufbau und die Nutzung von Tragluft- oder Leichtbauhallen aufgrund baurechtlicher und technischer Restriktionen nicht realisieren lässt.

1. Bis Ende März sollen freie Kapazitäten in den Turnhallen erfasst und den Fachschaften als Ausweichzeiten angeboten werden, die dringend Ersatz für Trainingszeiten ihrer Vereine benötigen.

2. Darüber hinaus wird die Sportverwaltung freie Kapazitäten in den Umlandgemeinden anfragen und den Sportvereinen kostenfrei zur Nutzung anbieten.

3. Auch für die Unterstützung bei hohen Fahrtkosten zu den Ausweichhallen wird die Verwaltung Geld zur Verfügung stellen.

4. Da insbesondere der eng getaktete Zeitplan bei der Sanierung der Großsporthallen in diesem Jahr für Probleme sorgt, wird die Verwaltung hier noch einmal prüfen, ob die längerfristige Verschiebung einer Maßnahme möglich ist. Auch die Anpassung der geplanten Schließungszeiten an die Spielsaison der Nutzer wird noch einmal angegangen. Für die Sommertrainingszeiten werden in jedem Fall ausreichend Sporthallenkapazitäten zur Verfügung stehen. Mit dem Abschluss einiger Projekte Ende 2019 bzw. der Freigabe der Sporthalle Wellinghofen zum Ende der Osterferien wird sich nach Einschätzung der Experten die angespannte Situation ab 2020 wieder etwas entspannen.

5. Unabhängig davon hat die Investitionskonferenz unter der Leitung von OB Ullrich Sierau am Dienstag entschieden, in Dortmund den Bau einer Großsporthalle in Angriff zu nehmen. Am Standort Übelgönne in der westlichen Innenstadt soll eine Halle entstehen, die rund 3250 Zuschauerinnen und Zuschauern Platz bietet und sowohl für den Schulsport (Berufskollegs) als auch für den Vereinssport geeignet und nutzbar sein wird. Eine entsprechende Vorlage an den Rat für die nötige Änderung des Bebauungsplanes sowie für einen mit diesem Bau verbundenen Wettbewerb soll noch vor der Sommerpause vorgelegt werden.

6. Neben dem bestehenden Bau- und Sanierungsprogramm sollen bei kommenden Schulneubauten weitere Hallen mitgebaut werden.

7. Um Spitzen bei der Belegung der Sporthallen abzufedern und auf nicht planbare Schließungen wegen kurzfristigen Sanierungsbedarfs reagieren zu können, soll außerdem eine zusätzliche Sporthalle als Ausweichstandort realisiert werden. Der Standort für diese Halle wird aktuell zwischen Sport- und Schulverwaltung abgestimmt.

8. Für den Neubau der Sporthalle Hörde 1 ist die Abstimmung mit den Nutzern erfolgt und die Machbarkeitsstudie wird jetzt beauftragt.

Mit diesem aufwändigen Sanierungs-und Neubauprogramm werden Schulen und Vereine sicher vor eine hohe Herausforderung gestellt. An dieser Stelle muss aber auch den Beteiligten ein großes Lob ausgesprochen werden, weil es bei allen Einschränkungen gelungen ist, durch die Solidarität der Sportvereine den Trainings-  und Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau dankt den Vereinen für die konstruktive Zusammenarbeit. „Diese Kooperationsbereitschaft ist ein großer Baustein, um die Situation bei den Dortmunder Turn- und Sporthallen nachhaltig und auf Dauer zu verbessern. Das jetzt geschnürte Paket an Maßnahmen ist dazu ein tragfähiger Schritt.“ Jörg Rüppel, Vorstandsvorsitzender des Stadtsportbundes (SSB) stellt fest: „Uns ist bewusst, dass Schulen und Vereine derzeit schwere Zeiten durchmachen. Aber am Ende dieser jetzt angestoßenen und absehbaren Entwicklung wird den Schulen und Vereinen eine gute Sporthallen-Infrastruktur zur Verfügung stehen.“

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