Sozialkompetenz kann man trainieren – RSG-Projektkurs widmet sich dem Engagement für Bedürftige

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Für Sachspenden des Projektkurses von Dominika Waldeck (3. v. l.) ist im Keller der Schule ein Bereich reserviert. Jungen nehmen im Übrigen auch teil, sie scheuten an diesem Tage nur das Sichtfeld der Kamera. (Foto: IN-StadtMagazine)

„Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir“, heißt es ja bekanntlich – und doch dreht sich oftmals vieles um die Frage „Ist das zeugnisrelevant?“

Am Dorstfelder Reinoldus und Schiller-Gymnasium (RSG) allerdings gibt es jetzt erstmals einen Projektkurs, bei dem sich alles um das Leben jenseits der Schulmauern dreht, und der nicht in erster Linie Wissen, sondern Kompetenz schult: Im Fach „Soziales Engagement“ loten die Schülerinnen und Schüler von Lehrerin Dominika Waldeck Möglichkeiten aus, sich gesellschaftlich einzubringen. Soziale Projekte sollen recherchiert, eigene Ideen entwickelt und Hilfsaktionen etabliert werden. Dass sich dabei jeder der fünfzehn Teilnehmer den eigenen Stärken entsprechend einbringt, entspricht der Grundidee des Kurses.

Drei der Schülerinnen etwa haben sich ein Herz gefasst und sind Anfang November auf Spendenakquise-Tour durch die Umgebung gegangen. Gesammelt wird derzeit vor allem im Rahmen der jahresübergreifend angelegten Zusammenarbeit mit der Obdachloseninitiative Gast-Haus, ergänzend sollen aber auch andere Aktionen gestartet werden, bei denen nicht zwangsläufig materielle Hilfe im Mittelpunkt stehen muss. Vorstellen könnten sich die 15- bis 17-Jährigen beispielsweise eine Einkaufshilfe in Lockdown-Zeiten oder ein Vorleseprojekt für ältere Menschen. Auch eine Unterstützung für fremdsprachliche Kinder in Kitas bringt eine der Schülerinnen, selbst einst mit drei Jahren und ohne Deutschkenntnisse nach Deutschland gekommen, ins Gespräch.

Reingeschnuppert haben einige der Jugendlichen bereits in Bereiche des sozialen Engagements, etwa bei Praktika in der OGS (Offene Ganztagsschule) oder einer Logopädie-Praxis. Dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten hat das genutzt: „Ich war mir sehr unsicher, ob die älteren Leute überhaupt mit mir reden wollen“, berichtet eine 17-Jährige freimütig, „aber ich habe gemerkt, dass es funktioniert!“

Im Projektkurs gilt es nun, die eigenen Stärken zu erweitern und gemeinsam etwas in Bewegung zu bringen. Zwar würde sich eine so errungene gute Note auch auf dem Zeugnis gut machen. Aber zuallererst ist soziale Kompetenz eben „etwas für’s Leben“!

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