Schulleiterin der Martin-Luther-King-Gesamtschule verabschiedet

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Ellen H. Kreis verabschiedet sich in den Ruhestand. (Foto: Schule)

Fast 23 Jahre hat sie den Schulalltag an der Martin-Luther-King-Gesamtschule in Dorstfeld mitgestaltet. Nunmehr ist die Schule aufgebaut; seit letztem Jahr steht auch die langersehnte Mensa „King‘s Corner“. Jetzt verabschiedet die Schulgemeinde ihre Schulleiterin Ellen H. Kreis (65) in den verdienten Ruhestand.

Ihr Lebenskreis: kein großer Radius. In Marten geboren; in Dorstfeld das Abitur gemacht; in Bochum und Dortmund die Fächer Englisch, Pädagogik und Kunst studiert, und immer im Westen heimisch geblieben. Vor Dienstantritt an der MLKG machte sie Erfahrungen an drei Gesamtschulen und zwei Gymnasien.

„Das ist schon ein besonderes Gefühl, eine Schule fast von Anfang an mitgestaltet zu haben und nach so vielen Jahren auf das Ergebnis zu sehen.“ Sie sei glücklich, zufrieden, gesund und wechsele frohgestimmt in den Ruhestand.

Jetzt will sie ohne festen Stundenplan ihren Alltag gestalten: ihre Familie genießen, Freundschaften pflegen, verreisen, interessante Orte besichtigen, Sport treiben, neue Rezepte ausprobieren, im Garten arbeiten, Kunst genießen oder oder … Zuallererst aber wird sie die vielen Schulbücher und Ordner aussortieren und entsorgen, um Platz und Muße für den neuen Lebensabschnitt zu schaffen.

Sie hat immer gerne unterrichtet, und oft war die dienstliche Verpflichtung zur Unterrichtsvorbereitung, zum Lesen von Texten oder zur Informationsbeschaffung nicht vom privaten Interesse zu unterscheiden. Übergänge von Arbeit und Freizeit waren fließend.

Was alles mag sie nicht? Die Diskrepanz zwischen öffentlichem Anspruch bzw. dienstlichen Anforderungen und der konkreten Wirklichkeit vor Ort. Dann die angeblich vorhandene Lehrer- und Lehrerinnenschwemme und die vermeintlich zurückgehende Schülerzahl. Was sie auch nicht mag, dass man bisweilen nicht begreifen will, dass die gesellschaftliche Schere gerade in der Schule immer weiter auseinanderklafft. Was sie insbesondere nicht mag: die pädagogische Fachkompetenz zu desavouieren zugunsten von Billiglösungen – als sei Bildung „umsonst zu haben“.

Auf was ist sie stolz? Durch das Angebot der MLKG, durch Unterricht und durch Erziehung an dieser Schule ist es vielen Schülergenerationen gelungen, gute Abschlüsse zu erreichen und einen respektablen Platz in der Gesellschaft einzunehmen. Dies hat die Schulgemeinde auch dem unerschütterlichen Teamgeist der MLKG zu verdanken. So findet sich z. B. auch ein ehemaliger Schüler jetzt als Kollege im Lehrerzimmer. Erfreulich auch, dass die hervorragende Atmosphäre an der MLKG gleich zwei Ehen (bis jetzt!) hervorgebracht hat.

Mittlerweile besuchen schon die Kinder der ehemaligen Schülerschaft die MLKG. Das 25-jährige Schuljubiläum im letzten Jahr zeigte die enge Verbundenheit der ehemaligen Schüler-, Eltern- und Lehrerschaft mit der MLKG.

In letzter Zeit erfreut sich Ellen H. Kreis besonders an der lang ersehnten King`s Corner, die 2018 im 25. Jubiläumsjahr eröffnet wurde. Seitdem Sebastian Fischer vor Ort kocht, sind Schüler wie Lehrer von dem leckeren Essen begeistert.

Was sie sich allgemein und konkret für die MLKG wünscht? Mehr Mut zur Erziehung in der Gesellschaft. Mehr Zeit für Gespräche über die Entwicklung von Unterricht und pädagogischen Projekten. Bessere Lösungen für das gemeinsame Lernen, für das Feedback an Schülern, Lehrern und Eltern. Mehr Motivation und mehr Lob seitens der Öffentlichkeit für die geleistete Arbeit in den Schulen.

Designierte Nachfolgerin ist die jetzige Stellvertreterin Jutta Espe, vormals Abteilungsleiterin der Jahrgänge 5–7. Sie kennt die MLKG, und die Schulgemeinde freut sich auf sie.

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