Rettet Lidl-Vergrößerung den kleinen Park?

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Ist das am Ende die Rettung für den kleinen Park und das Aus für den geplanten Edeka-Marktneubau an der Arminiusstraße, den die Stadt auf Biegen und Brechen gegen den Willen der Dorstfelder Bürger durchsetzen will? Wie jetzt bekannt wurde, plant der Discounter Lidl im Unterdorf in Sichtweite eines möglichen neuen Edeka-Marktes einen massiven Ausbau seines bestehenden Ladens an der Arminiusstraße. Wie weiter zu erfahren war, sind die Erweiterungspläne dazu bereits fertig und einreichungsfähig.

Mit den Lidl-Vergrößerungsplänen wird die Stadt argumentativ letztlich mit den eigenen Waffen geschlagen, denn der aktuelle „Masterplan Einzelhandel“ geht von 11200 zu versorgenden Einwohnern aus. Vor diesem Datenhintergrund hatte die Stadt durchgängig argumentiert, im Dorstfelder Ortskern sei ein weiterer Lebensmittelversorger nötig, um eine angemessene Versorgung der Bürger sicherzustellen. Jetzt stellt sich heraus, dass das auch durch eine Lidl-Vergrößerung erreicht werden kann. Ein neuer Edeka-Bau an der Arminiusstraße ist daher umso überflüssiger und letztlich völlig obsolet.

Die jetzt bekannt gewordene Lidl-Planung dürfte auch den Betreiber Edeka mit betriebswirtschaftlichem Blick auf seine geplante Investition im kleinen Park zum Nachdenken bringen. Schließlich würde ein erheblich umfassenderes Angebot von Lidl in Sichtweite eines künftigen Edeka-Marktes den Umsatz im kleinen Park erheblich beeinträchtigen. Dazu ist es in der Discounterbranche ein offenes Geheimnis, dass es sowohl bei Aldi als auch bei Lidl künftig erhebliche Modernisierungsschübe in den Märkten geben wird, die Gesicht und Angebote weiter stark in Richtung Marken-Sortimenter verändern werden. Lohnt sich das Ganze dann noch vor diesem Hintergrund?, müssen sich die Edeka-Manager jetzt fragen. In die Gesamtbetrachtung Edekas dürften jetzt nach Bekanntwerden der Lidl-Planung auch die sogenannten betriebswirtschaftlichen „soft skills“ rücken, die für Markenunternehmen heutzutage von erheblicher Bedeutung sind: Die Edeka-Entscheider müssen sich die Frage beantworten, ob es die Dorstfelder Bürger und Kunden am Ende goutieren werden, wenn Edeka für ein wenig mehr an Warenangebot im Ortskern neben dem Park auch die historisch gewachsene, schöne Ensemblewirkung zerstört haben würde.

Ohnehin vollzieht sich die laufende Edeka-Planung an der Arminiusstraße vor dem Hintergrund einer bereits heute ausreichenden Versorgungslage. Dorstfeld mit seinen 15 000 Einwohnern wird von Rewe im Oberdorf versorgt. Dazu kommen ein Lidl im Oberdorf und der künftig stark vergrößerte Lidl im Unterdorf. Das sind auch ohne die Planung an der Arminiusstraße schon genügend Versorgungsanbieter. Für die Bürgerinitiative „Dorstfeld Aktiv“ bleibt ein Edeka-Markt in Dorstfeld weiter völlig überflüssig. Und „mit der großen Lidl-Erweiterung erst recht“, heißt es von der Bürgerinitiative „Dorstfeld Aktiv“.

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