Laut, grell, aggressiv: MO-Kunstpreisträger Idan Hayosh zeigt Licht- und Sound-Installation im Museum Ostwall

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Installation „the RUNWAY (lamps #29)“ (Foto: Roland Gorecki, Dortmund Agentur)

Idan Hayosh: the RUNWAY (lamps #29)
15.12.2019 – 13.03.2020
Museum Ostwall im Dortmunder U, Etage 6
Leonie-Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund

Bereits zum sechsten Mal verleihen die Freunde des Museums Ostwall den MO-Kunstpreis „Dada, Fluxus und die Folgen“. In diesem Jahr fiel die Wahl auf den israelischen Künstler Idan Hayosh. Anlässlich der Preisverleihung am 15. Dezember 2019 um 11 Uhr installiert der Künstler im Oberlichtsaal auf der Ebene 6 des Dortmunder U die Licht- und Sound-Installation „the RUNWAY (lamps #29)“.

Sie ist bis zum 15. März 2020 zu sehen und jeweils zur vollen Stunde 15 Minuten lang begehbar.

Idan Hayoshs Installationen sind konfrontativ: laut, grell, aggressiv. Mit ihrer streng formalen Anordnung erinnern sie an Waffenpräsentationen des Militärs; das Arrangement der Objekte wirkt gleichermaßen ästhetisch wie bedrohlich. Sie fordern das Publikum heraus: Licht und Sound überwältigen uns. Sind wir stark genug, uns dieser Herausforderung zu stellen?

Die Installation „the RUNWAY (lamps #29)“ besteht aus Scheinwerfern, deren elektronische Ströme in Sound übersetzt werden. Was zunächst wirkt wie die harmlose Präsentation eines Lampenherstellers, wird beim Einschalten zum Angriff auf unsere Sinne: Gleißendes Licht blendet die Betrachterin und den Betrachter, der Sound produziert eine über 90 Dezibel starke Lärmwand, die uns unwillkürlich zurückweichen lässt. Plötzlich sind wir in eine Alarmsituation geworfen, die beängstigend ist und uns mit ihrer Schönheit gleichzeitig in den Bann zieht. Man muss diese Installation aushalten wollen, um ihre Wirkung ganz zu erleben, physisch wie psychisch.

„Mit Idan Hayosh nimmt der MO-Kunstpreis in diesem Jahr einen anderen Aspekt von Fluxus ins Visier: Zwar arbeitet Hayosh wie alle bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger mit Alltagsmaterialien. Im Gegensatz zu den bisher im Rahmen des Preises für die Museumssammlung angekauften Werken, die stets eine lustige, spielerische Seite hatten, zeichnen sich seine Arbeiten durch ihre strenge Form und Aggressivität aus“, sagt Dr. Nicole Grothe, Sammlungsleiterin des Museums Ostwall.

Mit dem Kunstpreis verbunden ist der Ankauf eines Werkes für die Sammlung. Dank Unterstützung der Freunde des Museums Ostwall übernimmt das Museum vom Künstler die Installation „Sunset (the truth series #5). Diese Arbeit ist ebenfalls auf Ebene 6 zu sehen. Ein weiteres Werk, das in die MO-Sammlung übergeht, ist noch in Arbeit.

MO-Kunstpreis
Der MO-Kunstpreis „Dada, Fluxus und die Folgen“ wird seit 2014 jährlich durch die Freunde des Museums Ostwall e.V. verliehen. Vorsitzender ist Benjamin Sieber. Eine Fachjury wählt einen Künstler oder eine Künstlerin aus, die in der Tradition von Dada und Fluxus arbeiten oder deren Werk vom Geist dieser Bewegungen inspiriert ist. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Verbunden ist damit der Ankauf eines Kunstwerks, das die Freunde des Museums Ostwall e.V. dem Museum stiften, um den Sammlungsschwerpunkt Fluxus zu erweitern. Die bisherigen Preisträger waren Lili Fischer (2018), Bastian Hoffmann (2017), Albert Mayr (2016), Ben Patterson (2015) und Geoffrey Hendricks (2014).

Idan Hayosh
Idan Hayosh, geboren 1979 in Tel-Aviv, ist Alumnus der Rijksakademie van Beeldende Kunsten und Absolvent der Gerrit Rietveld Academy in Amsterdam. Er lebt und arbeitet in Essen.

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