Gedenken zur Pogromnacht in Dorstfeld am 8. November 2019

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Es werden jedes Jahr mehr Menschen, die an der Gendekveranstaltung teilnehmen. (Archivfoto: IN-StadtMagazine)

Am 8. November findet um 15 Uhr eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Pogromnacht am jüdischen Mahnmal in Dorstfeld statt. Mit Rede- und Kulturbeiträgen soll dort den Opfern der nationalsozialistischen Verbrechen gedacht werden und ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt werden.

In diesem Jahr jähren sich die nationalsozialistischen ‚Novemberpogrome‘ zum 81. Mal. Am 9. November 1938 kam es im ganzen Land zu organisierten antisemitischen Angriffen: Synagogen wurden in Brand gesetzt, jüdische Einrichtungen, Wohnungen und Geschäfte wurden zerstört und geplündert. Auch in Dortmund brannten Synagogen. Die Pogrome markierten einen gewalttätigen Übergang zu der systematischen Verfolgung von jüdischen Menschen in Deutschland, die in der Shoah mündete.

Wie in jedem Jahr wird daher in Dorstfeld eine Gedenkveranstaltung am jüdischen Mahnmal stattfinden. Unter anderem werden Baruch Babaev, Rabbiner der jüdischen Gemeinde Dortmund, Oberbürgermeister Ullrich Sierau sowie Ralf Stoltze, Bezirksbürgermeister Innenstadt-West, Worte an die Teilnehmenden richten.

Schülerinnen und Schüler der Martin-Luther-King-Gesamtschule sowie des Leibniz Gymnasiums werden sich mit eigenen Texten zu den Themen Gedenken und Antisemitismus beteiligen. Musikalisch begleitet wird das Gedenken von Wolfgang Brust und Sevgi Kahraman-Brust.

Organisiert wird die Gedenkveranstaltung durch das Projekt Quartiersdemokraten. Veranstalter ist der Verein zur Förderung von Respekt, Toleranz und Verständigung in Dortmund-Dorstfeld e. V.

Ilse Kahrmann, stellvertretende Vorsitzende des Vereins zur Förderung von Respekt, Toleranz und Verständigung in Dortmund-Dorstfeld e.V.: „Auch dieses Jahr werden wir wieder als Zivilgesellschaft in Dorstfeld an die schrecklichen Ereignisse erinnern und gemeinsam zeigen, dass wir Verantwortung tragen und Antisemitismus in Dortmund keinen Platz haben darf.“

Die Veranstaltung soll neben der Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen auch ein Zeichen gegen den aktuellen Antisemitismus setzten: Micha Neumann, Mitarbeiter im Projekt Quartiersdemokraten erklärt hierzu: „Mit der Veranstaltung wollen wir zugleich darauf aufmerksam machen, dass Antisemitismus auch in der Gegenwart ein akutes Problem darstellt, das hat jüngst der erschütternde Anschlag in Halle wieder gezeigt. Antisemitismus ist gesellschaftlich immer noch weit verbreitet und ist zudem zentral für rechtsextreme Ideologie, das können wir auch in Dortmund beobachten.“

Begleitet wird die Versammlung bereits ab 14 Uhr von einem Rahmenprogramm auf dem Wilhelmplatz, bei dem Dortmunder Schulen und Organisationen ihre Arbeit zu den Themen Nationalsozialismus, Gedenken und Antisemitismus vorstellen und zum Austausch einladen. Hier werden sich unter anderem die Martin-Luther-King-Gesamtschule, die Anne-Frank-Gesamtschule, das Westfalen-Kolleg und die Emscherschule Aplerbeck präsentieren. Ebenso werden auch der Jugendring Dortmund, das Respekt-Büro des Jugendamts Dortmund und die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache vertreten sein.

Besucherinnen und Besucher können sich hier über die jeweilige Arbeit informieren und ins Gespräch mit den einzelnen Ausstellern kommen.

Vivianne Dörne, Mitarbeiterin im Projekt Quartiersdemokraten, lobt die Beteiligung von Dortmunder Schulen: „Wir freuen uns, dass sich auch in diesem Jahr wieder viele Dortmunder Schulen an der Gedenkveranstaltung beteiligen. Es ist ein wichtiges Zeichen, dass auch die nachfolgenden Generationen die Erinnerung wachhalten und sich in der Gegenwart engagieren. Schulen können mit entsprechenden Projekten und Arbeitsgruppen dabei eine wichtige Rolle einnehmen.“

Die Veranstalter weisen zudem darauf hin, dass aufgrund der Versammlung die Bus- und Bahnhaltestellen ‚Wittener Straße‘ ab ca. 14.50 nicht mehr angefahren werden.

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