Dortmunder U zeigt Ausstellung zum DEW21 Kunstpreis 2020

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(v. l.) Antje und Sybille Hassinger (Hassinger&Hassinger&Spiler GbR, Kurator*innenteam), Xenia von Poser (Leiterin Marketing und Kommunikation DEW21), Jannis Kötting (Projektleitung, Dortmunder U), u. Jürgen Spiler (Hassinger&Hassinger&Spiler GbR, Kurator*innenteam); (Foto: Dortmund-Agentur / Torsten Tullius)

Ob Fotografie, Installationen, Videobeiträge, Klangskulpturen, Malerei oder Bildhauerei: Wie viel künstlerisches Potenzial im Ruhrgebiet steckt, zeigt sich jedes Jahr aufs Neue beim DEW21 Kunstpreis. In diesem Jahr ist die Ausstellung der für den Wettbewerb eingereichten Arbeiten vom 14. Juli bis zum 4. Oktober 2020 auf Ebene 6 im Dortmunder U zu sehen.

Mit dem Kunstpreis bietet DEW21 seit nunmehr 15 Jahren bildenden Künstler*innen aus der Region die Möglichkeit, ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Nicht zuletzt aufgrund der großen Vielfalt und Qualität der eingereichten Werke hat sich der DEW21 Kunstpreis mittlerweile zu einer festen Größe in der Kunstszene etabliert.

Arbeiten von 14 Kunstschaffenden
Die Jury, bestehend aus Fachleuten und Vertreter*innen des Unternehmens, hat aus 200 Bewerbungen 14 Kunstschaffende für den DEW21 Kunstpreis 2020 nominiert. In der Ausstellung auf der Ebene 6 im Dortmunder U präsentieren die Nominierten ihre Arbeiten, aus denen die Jury einen Förderpreis- und eine*n Hauptpreisträger*in ermitteln wird. Der Kunstpreis wird im September verliehen.

Einzelausstellung von DEW21 Kunstpreisträger 2019
Joel Roters ist Träger des DEW21 Kunstpreises 2019. In seiner Einzelausstellung im Rahmen des DEW21 Kunstpreises 2020 zeigt er 130 neue kleinformatige Arbeiten. Sie thematisieren Figur und Grund, Form und Textur, Oberfläche und Material. Aus einfachen Baumarktmaterialien erarbeitet Roters labyrinthische Geflechte, Kippfiguren und rhythmische Zeichenfolgen.

Die Nominierten für die Ausstellung 2020

Mohamed Altoum ist bildender Künstler, Fotograf und Kameramann. Er stammt aus dem Sudan. 2017 wurde er für den Contemporary African Photography Prize nominiert. In seinen Fotos und Videos verarbeitet er seine Wahrnehmung der Welt und seine persönlichen Erfahrungen und kombiniert ausgewählte visuelle Eindrücke mit Storytelling.

Christoph Knecht zeigt seine Serie „Europa“. Sie besteht aus 1.800 Fliesen mit einem Gesamtmaß von ca. 450 x 880 cm. Der Titel bezieht sich auf die Auseinandersetzung des Künstlers mit der eigenen Kultur und Geschichte und dem Wandel durch aktuelle gesellschaftliche, kulturelle und politische Einflüsse.

Malte Frey malt, was er sieht und was ihm alltäglich begegnet. Motive aus dem privaten und öffentlichen Leben werden mit Szenerien aus Computerspielen kombiniert. In der Ausstellung zeigt er neben Gemälden und Zeichnungen eine raumgreifende Wandmalerei.

Andreas Drewer interessiert die Wirkung persönlicher und kultureller Prägungen auf den Wahrnehmungsprozess. Die Videoinstallation „early days of animation“ ist eine rauschhafte Videomalerei, die sich durch eine spezielle Spiegelbox ins Skulpturale erweitert.

Denise Ritter zeigt die Klang-Licht-Installation „Revier“. Die Klangkünstlerin befasst sich seit Jahren mit dem Steinkohlenbergbau und war mehrmals unter Tage, um die Abbauprozesse akustisch aufzuzeichnen. In der Tiefe hörte sie auch das Zirpen der Grillen, die mit dem Grubenholz in die Stollen gelangten. Die Künstlerin war bereits 2016 für den Kunstpreis nominiert.

Helena Biermann zeigt eine Serie ihrer Malerei. Der Malprozess ist bei den Arbeiten von Helena Biermann offengelegt und lässt dadurch eine unmittelbare Auseinandersetzung und Untersuchung des Mediums Malerei und seiner Möglichkeiten wie Problemstellungen zu.

Nicola Gördes und Stella Rossié zeigen die 30-minütige Videoarbeit „Daisy Choupette“ von 2020. Ausgangspunkt der filmischen Handlung ist eine Vielzahl populärer Verschwörungsmythen, die bei radikalen Vertreter*innen häufig in absonderlichen Beweisstrategien und Argumentationen münden. Gördes und Rossié haben seit 2013 gemeinsam etliche Filme realisiert und haben 2015 bereits den Förderpreis erhalten.

Kai Richters Installation verwandelt nicht nur Rohmaterialien aus dem Bau (u.a. Doka-Balken, Gerüststangen, Montageschaum oder Beton) in Kunstwerke, sondern auch und vor allem den Raum, der sie umgibt. Im U zeigt er zwei große Wandskulpturen und eine Bodenarbeit.

Beate Gördes zeigt die Videoarbeit „stripes x1“. Sie basiert auf einer sich selbst generierenden Musikkomposition und ist als Rauminstallation konzipiert. Das Video lässt schwarze und weiße Rechtecke, Streifen und Linien endlos an einer Wand mäandern.

Christian Gode hat über eine Ecke im Oberlichtsaal eine raumgreifende Wandmalerei in den Raum gestellt und verrückt so unsere Wahrnehmung des Raumes.

Katrin Esser zeigt zwei filmische Arbeiten. In seiner abstrakten Erzählungsform verwebt sich „Reloaded“ zu einem Science Fiction Musical über eine Produktionskette. Der Film „a returning course of movement“ beschäftigt sich mit der Entstehung von Idealen und den Möglichkeiten ihrer Konservierung. Der Film ist eine Zusammenarbeit mit Sarah Veith.

Nina Nowak setzt sich in ihren Arbeiten mit der Frage auseinander, wie der Grenzbereich zwischen Leben und Tod definiert wird. Die in Dortmund gezeigte Variante der raumgreifenden Installation „Circadian Rhythms“ bildet mit einem Rohrsystem, Schläuchen und Skulpturen aus Lindenholz diesen Kreislauf ab.

Jens Kothe arbeitet mit einem breiten Spektrum an Materialien, die von Holz, Beton, Glas und Fliesen über Silikon bis hin zu Textilien reichen. Auf subtile Weise thematisieren die Arbeiten Körperlichkeit und greifen Momente des Voyeuristischen auf.

Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten werfen ihre Installation aus Schwerlastregalen, Monitoren und Halogenlampen wie ein Bühnenbild in den Raum. Sie haben mit der Musicalinstallation ein eigenes Genre geschaffen. In den Videos performen drei animierte Charaktere jeweils einen Song, der einen kleinen Aspekt beleuchtet.

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