Dieser Weltrekord ist vor allem eine tatkräftige Hilfe

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Sylvie Rasch machte bei ihrer Anreise aus Berlin leider eine Streckensperrung der Bahn einen Strich durch die Rechnung. So blieb es Sabine Loos (Hauptgeschäftsführerin Westfalenhallen), Dr. Horst Röhr (Vorstand Dortmunder Tafel e.V.) und Katrin Lauterborn (Geschäftsführerin Gast-Haus) vorbehalten, sich - selbstverständlich „bemützt“ - hinter dem bunten Meer aus Unikaten zu positionieren. (Foto: IN-Stadtmagazine)

Youtuberin und Westfalenhallen sammelten über 5000 Mützen für Bedürftige: Auf etwa 1800 schätzt man die Gruppe der wohnungslosen Menschen auf dem Dortmunder Stadtgebiet, die im Gast-Haus an der Rheinischen Straße eine ihrer wenigen Anlaufstellen haben. Deren Geschäftsführerin Katrin Lauterborn weiß noch eine andere, wenig erfreuliche Zahl: Von 2016 bis 2018 stieg die Menge der jährlich vom Gast-Haus ausgegebenen Mahlzeiten um nicht weniger als 20 Prozent!

Jegliche Unterstützung ist der Wohnungslosen-Initiative also hochwillkommen, sei sie ideell oder so handfest wie im Falle der Aktion von Youtuberin Sylvie Rasch. Die Berlinerin, ihres Zeichens Online-Expertin für kreatives Handarbeiten, rief im Oktober des letzten Jahres ihre Follower zur Spende von selbst gemachten Wintermützen auf. Medialer Aufhänger war dabei der Versuch, auf der Dortmunder creativa aus den eingesendeten Schmuckstücken eine riesige Weltrekord-Mütze zu kreieren, darüber hinaus allerdings sollten die wärmenden Kopfbedeckungen später der wachsenden Zahl Dortmunder Wohnungsloser zur Verfügung gestellt werden. Die creativa griff die Idee gerne auf und unterstützte Sylvie Rasch bei der Werbung.

Das Resultat auf der diesjährigen Kreativmesse in den Westfalenhallen war wahrhaft eindrucksvoll: vier Meter Höhe und sechs Meter Durchmesser umfasste das „Mützen-Monument“ aus insgesamt 3449 im Vorfeld eingesammelten Exemplaren: Weltrekord geknackt! Und Schluss war damit schließlich noch lange nicht – bis zum Oktober summierte sich die Menge der abgegebenen Mützen nach Sylvie Raschs Schätzung auf „sicherlich über 5000 Stück“.

Diese wurden nun Mitte Oktober, genau ein Jahr nach Start der Initiative, an der Rheinischen Straße offiziell an Gast-Haus und Dortmunder Tafel übergeben und finden ab sofort neue Besitzer. Begeistert zeigte sich Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen, darüber wie hier Kreativität mit ganz handfester sozialer Hilfe verknüpft worden ist.

Und tatsächlich herrschte an Kreativität im Mützenmeer keinerlei Mangel, denn „von der Stange“ war hier schließlich nichts. Stattdessen fanden sich alle Farben sowie schlichte und verwegene Muster bis hin zum gestrickten Krokodil unter den Kopfbedeckungen. Ein schöner Anblick allemal, aber vor allem ein kleiner, effektiver Schutz in der kalten Jahreszeit für diejenigen, die ihn dringend benötigen.

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