Die ursprüngliche „Union-Vorstadt“ – von Dr. Günter Spranke

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Ein Blick auf die Union-Vorstadt um 1900 (Foto: privat)

Die ursprüngliche Union-Vorstadt wurde seit 1871 als Werkssiedlung des „Union“ Montanunternehmens im Nordwesten der Stadt entwickelt. Auf dem Grund des ehemals als „Sunderholz“ (= grundherrliches Sonderrecht der Nutzung) bezeichneten Geländes entstand damit eine der frühen durchgeplanten Dortmunder Vorstädte.

Schon bald geriet das Gebiet jedoch ins Blickfeld der Kanalplaner und von einer Erweiterung der Siedlung wurde abgesehen. Im Umfeld der frühen Industrieanlagen bestanden aber dennoch Arbeiterwohnquartiere, auch als seit 1899 die Kai- und Lageranlagen des Dortmunder Kanalhafens entstanden.

Als Wohnenklave inmitten des Hafengeländes war dieses Gebiet eher isoliert, doch boten die recht großzügigen Doppelhäuser und die innerhalb von Gartenland stehenden Mehrfamilienhäuser einen für die Zeitverhältnisse hohen Wohnwert. Vorzugsweise höhere Angestellte, Meister und Schichtleiter sowie ihre Familien bewohnten die Neubauten. Nach der Anlage des Hafens verschwanden diese Mieter jedoch bald.

Aufgrund schwerer Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurden die Reste der Siedlung im Rahmen der Vergrößerung der Hafenanlagen bis 1961 abgerissen.

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