Die Nicolaikirche lohnt einen Abstecher – in diesem Baudenkmal spielt Licht die Hauptrolle

0
37
Fotos: IN-StadtMagazine

Entlang Dortmunds Straßen finden sich so einige besondere, nicht nur für Kunstgeschichtler sehenswerte Kirchengebäude.

Die Nicolaikirche in der westlichen Innenstadt allerdings kommt von außen recht unauffällig daher, obwohl – bzw. vielleicht auch weil – es sich bei dem Bau an der Lindemannstraße tatsächlich um die allererste in Beton-Bauweise errichtete deutsche Kirche handelt. Bei der Ausgestaltung allerdings folgten die beiden hiesigen Architekten Karl Pinno und Peter Grund einem ausgeklügelten Plan: Erstens gab ihnen der neue Werkstoff die Möglichkeit, ein Kirchenschiff zu entwerfen, dessen Wände ringsum fast ausschließlich aus farbenfrohem Glas bestehen.

Und zweitens fällt der Innenraum nicht nur Richtung Altar kontinuierlich leicht ab, sondern verschmälert sich zudem. Durch diesen architektonischen Trick entfaltet der Kopfbereich um Altar und Kanzel fast eine Sogwirkung und lenkt die Aufmerksamkeit der Besucher umso stärker auf sich. Ansonsten spielt gerade an sonnigen Tagen das durch die von Hans-Gottfried von Stockhausen in den 1960er-Jahren gestalteten Buntglasfenster hereinflutende Licht in der Nicolaikirche die Hauptrolle.

Die drei sehr breiten, ebenerdigen Eingangstüren können ggf. – so geschehen z. B. beim Kirchentag – komplett geöffnet werden, und unterstreichen dann noch zusätzlich den transparenten, offenen Eindruck eines Kirchengebäudes „inmitten der Gemeinde“.
Insgesamt also ein kirchliches Stück Dortmund, das – unabhängig von der Konfession – sicherlich einen Abstecher und ein paar besinnliche Momente am Rande des Alltags lohnt.

Und das aufgrund der Lockerungen der Corona-Auflagen nun auch wieder zu besichtigen ist: An (fast) jedem ersten Donnerstag im Monat öffnen sich die Türen des denkmalgeschützten Gebäudes ab sofort wieder für Besucher, Ausnahme sind lediglich die großen Ferien.

Am 4. Juni ab 18 Uhr also können sich nicht nur Hobby-Kunstgeschichtler einen eigenen Eindruck verschaffen und, sofern das Wetter mitspielt, ein wenig „in Licht baden“.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
500