Der Club der jungen Tüftler – Wissenschafts-AG des Leibniz-Gymnasiums sammelte bereits einige Preise

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Tipps für die „Next Generation“: Im Science Club wird das Wissen auch von Schülern an Schüler weitergegeben. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Wissenschaftler ratlos zu sehen, hat ja mitunter seinen eigenen Reiz. Warum sich am Dortmunder Leibniz-Gymnasium die Begeisterung für naturwissenschaftliche Projekte derart bündelt, können jedenfalls auch Nils Burger und Carsten Schmidt nicht abschließend erklären. Dass dem so ist, steht allerdings außer Frage. Und irgendetwas dürften die beiden Pädagogen selbst schon damit zu tun haben.

Vor bereits etwa zehn Jahren jedenfalls hatte Biologielehrer Carsten Schmidt damit begonnen, einen quasi brachliegenden Raum im Kellergeschoss der Schule nach und nach zum Naturwissenschafts-Labor umzubauen. Dabei galt es buchstäblich und sprichwörtlich, dicke Bretter zu bohren, denn immerhin musste u. a. die komplette Elektronik installiert und mussten sämtliche Gerätschaften angeschafft werden, ohne gültige Sicherheitsstandards zu verletzen.

Etwa auf halber Strecke stieß Nils Burger als Experte für Physik zum Kompetenzteam. Vor zwei Jahren dann war es endlich soweit, und mit der offiziellen Inbetriebnahme des Keller-Labors wurde an der Kreuzstraße zugleich der „Science Club“ für die Jahrgangsstufen 7 bis 9 aus der Taufe gehoben. Kapazitäten gab es für 24 „Club-Mitgliedschaften“, nutzen allerdings wollten nach Abschluss der Anmeldephase fast dreimal so viele Schüler das neue Angebot, so dass am Ende das Los entscheiden musste.

Die neuen Nachwuchs-Wissenschaftler trafen sich fortan einmal wöchentlich für mindestens zwei Stunden, die bei Interesse nochmal ein wenig verlängert werden können. Und Interesse war reichlich vorhanden, obwohl das Forscher-Engagement nicht einmal direkten Einfluss auf die Zeugnisnoten hat. In Abstimmung mit den beiden Lehrern erarbeiten sich die Schüler in Kleingruppen Projekte, die im besten Falle spannend, nutzbringend und ihrem Wissensstand angemessen sind. Die Leibniz-Schüler taten dies von Beginn an mit derartigem Enthusiasmus, dass Carsten Schmidt und Nils Burger sich Anfang des Jahres trauten, gleich vier Teams beim Wettbewerb „Jugend forscht“ sowie dessen Junioren-Ableger „Schüler experimentieren“ anzumelden. Trumpf waren dabei ausgesprochen clevere, alltagstaugliche Projektthemen, die von der Entwicklung eines Fungizid-Detektors über eine als Ladegerät nutzbare Jacke („jAkku“) bis zur Planung eines sich selbst reinigenden Vogel-Futterhauses reichten.

Wie sehr Schüler alle mittlerweile mit dem Herzen bei der Sache waren, unterstrich nicht zuletzt die Tatsache, dass sich die komplette Forschertruppe mit „Mannschafts-T-Shirts“ inklusive eigenem Clubwappen sehen ließ. Beim Spaß alleine blieb es allerdings nicht: Zwei erste Plätze sowie einen zweiten Platz räumten die Leibniz-Schüler auf Regionalebene ab, und im Mai schließlich sicherte sich das Futterhaus-Projekt sogar auf Landesebene den ersten Rang.

Versorgt mit derartig viel Rückenwind ist Carsten Schmidt und Norbert Burger auch vor dem Umbruch zur neuen „Saison“ – denn schließlich gilt das AG-Angebot ja jeweils nur bis zur 9. Jahrgangsstufe – nicht bange.
Vielmehr beobachten sie beide mit großer Zufriedenheit, wie die „älteren Hasen“ des Science Clubs inzwischen ihrerseits ihre Fertigkeiten an die jüngeren Mitglieder weitergeben – ganz so, wie es in einer AG sein soll, die auch zum selbstständigen Arbeiten erziehen will.

So wird nun also im Keller der Schule wieder jeden Dienstag gelötet, gerechnet und getüftelt, wobei auch die künftigen Wettbewerbsprojekte schon ein wenig Gestalt annehmen. Worum genau es sich dabei allerdings handelt, bleibt vorerst noch geheime Kommandosache, schließlich möchte man im nächsten Jahr selbst die Früchte der eigenen geistigen Arbeit ernten. Alltagstauglich aber – soviel traut sich Carsten Schmidt bereits zu versprechen – werden die Ideen des Wissenschaftsclubs am Ende durchgehend sein.
Dann verschwindet er an den Nachbartisch, um mit fünf der Mädchen die Strategie der nächsten Wochen durchzusprechen.

Dass hier gerade ausschließlich Mädchen am Tisch sitzen, ist im Übrigen keineswegs purer Zufall: Seit dem Tag seiner Gründung bilden die Jungen im Leibnizschen Science Club die deutlich kleinere Gruppe, aktuell liegt das Verhältnis bei genau 3:1. Warum das so ist? Da schauen die beiden Übungsleiter ratlos. Aber auch das kann ja, wie gesagt, manchmal seinen Reiz haben.

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