City West früher: Die Straße „Übelgönne“ – von Dr. Günter Spranke

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Wer der Rheinischen Straße in Richtung Westen folgt, der kommt – biegt er an der Ritterstraße nach rechts ab – zum Freizeitzentrum West und zur Straße mit dem seltsamen Namen Übelgönne. Der Straßenname wird gedeutet als Bezeichnung eines „Füllenkamps“, also einer Fohlenweide und tatsächlich wurden die stadtnahen Flächen von den alten Dortmundern nicht nur gern als Gärten genutzt, sondern auch als leicht zu erreichende und deshalb ständig überwachbare Aufzuchtquartiere für junge Haustiere.

Eigens eingestellte Viehhirten besorgten im Auftrag der Landwirte und Viehzüchter das Hüten und damit die Bewachung der wertvollen Tierbestände. Während die Schweine zur Eichelmast in das Westerholz getrieben wurden, war es Sitte, die Milchviehbestände entlang der „Westerviehgasse“ zu weiden und von den „Viehmägden“ melken zu lassen. Während sich die eingesessenen Dortmunder gegen Norden orientierten, blieb vielen Ackerbürgern als Weide das Land südlich des Hellwegs.

Die reichen Bestände an Geflügel, etwa die Gänse, fanden im Osten der Stadt ein Zuhause. Getreu dem Motto „Fuchs, da hast die Gans gestohlen“, sind in diesem Gebiet das „Defdahl“, was als „tiefes Tal“, aber auch Tal der Diebe zu deuten ist, und die „Voßkuhle“, der Unterschlupf der Füchse, zu finden. Die Stuten und ihren Nachwuchs hielt man, gerade als es in der Umgebung von Dortmund noch Wölfe gab, dagegen gern stadtnah.

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