Beim „Urban Gardening“ im Westgarten darf jeder mitmachen

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In rund 40 Hochbeeten ziehen die Westpark-Gärtner ihr eigenes Gemüse. Geleitet wird das Projekt von Mitgliedern der Urbanisten (1. v. r. Nils Rehkop). (Foto: IN-StadtMagazine)

Ursprünglich stammen Obst und Gemüse ja ebenso wenig vom Discounter, wie der Strom aus der Steckdose kommt.

Um die eigentlichen, natürlichen Ressourcen zu nutzen und sich als Verbraucher ein Stück Selbstbestimmtheit zurückzuholen, braucht es indes nicht allzu viel. Immer mehr Stadtkinder entdeckten daher im Laufe der letzten Jahre ihr Herz für das sogenannte „Urban Gardening“. Manch ein Mitglied der älteren Generation mag da amüsiert den Kopf schütteln, denn was hier so schön auf „-ing“ endet, ist dem guten alten „Gemüsegarten hinterm Haus“ gar nicht mal so unähnlich. Einen elementaren Unterschied gibt’s dann allerdings doch: Bei den neuen Stadtgärtnern wird gemeinschaftlich gesät, ausgebracht und geerntet, und ihre Gartenprojekte sind nicht nur ökologischer Natur, sondern möchten auch Brückenbauer zwischen den Menschen eines Quartiers sein.

Auch im Westgarten, in einer Ecke des Westparks im Rücken des „Adam’s Corner“ gelegen, lebt diese Vision. Ende März starteten die Macher hier in ihre mittlerweile dritte Saison. Ihr Kreis umfasst inzwischen etwa vierzig Aktive, die jeweils gemäß ihren zeitlichen Möglichkeiten ihr Scherflein zu einer guten Ernte beitragen. Insgesamt 50 Hochbeete verteilen sich auf das Areal. Abgesehen von einem kleineren Teil, welcher von einer Gruppe des Westfalen-Kollegs gepflegt wird, liegt die Organisation des Projekts in erster Linie in den Händen von Nils Rehkop und Jonas Runte, ihres Zeichens Mitglieder der „Urbanisten“ von der Rheinischen Straße. Obwohl beide im Laufe ihres Lebens über Eltern bzw. Großeltern so einiges an Fachwissen mitbekommen haben, geben sie zu: „Etliche Dinge laufen bei uns immer noch nach dem „try & error“-Prinzip ab. Aber das ist nicht schlimm – man muss eben kein Profi sein, um hier mitzumischen.“ Auf eine zweckmäßige Planung der Saison verzichten sie selbstverständlich trotzdem nicht, und zudem wurde das Fachwissen des Teams im Laufe des Winters gezielt durch Workshop-Angebote – etwa zur Permakultur – erweitert.

Bei der Saatgutplanung sind vor allem alte, industriell nicht modifizierte Sorten Trumpf. Zum Auftakt Ende März, zu dem sich etwa zehn Gärtner einfanden, brachte man vor allem robuste Kandidaten wie Mangold, Kohl oder Zwiebeln aus – schließlich kann es auch im Mai nachts noch frieren.

Die im Westgarten im Laufe eines Jahres eingefahrene Ernte wird komplett selbst verwendet und mit nach Hause genommen bzw., etwa bei gemeinsamen Festen, gleich an Ort und Stelle in die „Speisekarte“ integriert. Auf diese Weise schlagen die Gärtner vom Westpark bemerkenswert viele Fliegen mit einer Klappe: Sie ernähren sich gesünder, sie verbringen Zeit gemeinsam und an der frischen Luft, sie kontrollieren selbst die ökologischen Standards ihrer Nahrung und sie reduzieren die notwendigen Transportwege ihrer Lebensmittel auf annähernd null.

Offen steht das nachhaltige, vom Bundesumweltministerium geförderte Projekt nach wie vor allen Interessierten. Das Interesse an entsprechenden Projekten nimmt nicht nur in Dortmund aktuell kontinuierlich zu, wie die Urbanisten zu berichten wissen.
Neu erfinden mussten sie das Rad dafür nicht, sondern lediglich den guten alten „Garten hinterm Haus“ um eine zukunftsweisende Vision erweitern.

Wer mehr über den Westgarten wissen will und/oder Interesse am aktiven Mitwirken hat, kann sich unter 0231/ 330 174 01 telefonisch an Nils Rehkop wenden, oder eine Mail an n.rehkop@dieurbanisten.de schreiben.

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