Auf Industriebrache soll demnächst das „Smart Rhino“ grasen

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Das HSP-Areal bietet Entwicklungsmöglichkeiten in Hülle und Fülle. Ob allerdings die Feldherrenhalle erhalten werden kann bzw. soll, ist derzeit noch ungewiss. (Fotos: Stadt Dortmund/Roland Gorecki)

Lange Zeit war nichts als Spekulation. 2016 hatte die Essener Thelen-Gruppe das 45 ha große Hoesch-Spundwand-Areal nördlich der Rheinischen Straße erworben. Die Brachfläche von der Größe eines kleinen Stadtteils bietet Entwicklungsmöglichkeiten, wie es sie für die Kommune zuletzt im Falle der beiden Hörder Phoenix-Gelände gab – und nicht wenige Bürger griffen diesen Impuls auf, um eigene Vorschläge in die Diskussion einzubringen.

Wohin nach Ansicht der Entscheidungsträger die Reise gehen könnte, ist nun seit Anfang April endlich klar: „Smart Rhino“ taufte die Kommune ihr urbanes Projekt, das Wohnen, Arbeiten und Studieren im selben Quartier vereinen will. Hierfür möchte man alle aktuell vier „Zweigstellen“ der Dortmunder FH an einem Standort bündeln. Angedacht ist „Smart Rhino“ für eine Gesamtfläche von ca. 14 ha.

Dezernent Ludger Wilde, Eigentümer Wolfgang Thelen, OB Ullrich Sierau, IHK-Geschäftsführer Stefan Schreiber sowie der Chef der Dortmunder Wirtschaftsförderung, Thomas Westphal (v. l.) gewährten auf der Pressekonferenz im Rathaus Einblick in ihre Planungen zum HSP-Gelände.

Die Namensgebung ist dabei alles andere als zufällig, sollen die neuen Pläne doch auch in die beiden bestehenden Dekadenprojekte „nordwärts“ und „Smart City“ eingebunden werden. Innovation heißt also eines der Schlüsselworte, und OB Ullrich Sierau erläuterte: „Damit sich Wissenschaft den Herausforderungen unserer Zeit anpassen kann, müssen zuerst möglichst gute Voraussetzungen geschaffen werden“. Gleichzeitig betonten sowohl er als auch die Pressesprecherin der FH, Heike Mertins, noch seien die HSP-Planspiele eine Idee, und konkrete Gespräche etwa mit der Landesregierung gerade erst aufgenommen worden.

Auch jenseits von Forschung und Lehre will man auf dem Projektgebiet innovativ denken und planen: Eine komfortable Anbindung des Areals an das Fuß- und Radwegenetz und ein neues Mobilitätskonzept stehen ebenso auf der Agenda für das Quartier wie Flächen für „Urban Gardening“, „Maker Labs“, eine Markthalle oder ein Technologiepark für Start-Ups.

Nicht nur der Oberbürgermeister stellte in diesem Zusammenhang die große Bedeutung von Bürgerpartizipation heraus, und fasste seine Sicht in dem Satz „Die Einbeziehung des Bürgerwillens ist bei uns Teil der Planungs-DNA“ zusammen.

Die den Umgestaltungs-Ideen zugrundeliegenden Grundriss-Pläne indes sind im vergangenen Jahr ohne vorige Bürgerbeteiligung der Öffentlichkeit vorgestellt worden, und kamen so manchem Quartiersbewohner deutlich zu uninspiriert und ideenlos daher. Zumindest in diesen Vorlagen mit seinen vielen rechtwinkligen Gebäudeblöcken und einem (nahezu rechtwinkligen) Mini-Phoenix See deutet wenig auf neue planerische Denkansätze hin. Allerdings auch noch nicht allzu viel auf einen geplanten Fachhochschulcampus!

Die Worte von Ludger Wilde, der die Vorlagen eher als Diskussionsgrundlange verstanden haben wollte, dürften daher etlichen Dortmundern Anlass zu Hoffnung geben. Sogar eine Beteiligungswerkstatt zur Sammlung und Entwicklung weiterer Ideen noch vor der Sommerpause kündigte der Planungsdezernent beim Pressetermin im Rathaus an.

Darin, was es – bei allem Aufbruch – wert ist, erhalten zu werden, gab Eigentümer Wolfgang Thelen ebenfalls Einblick. Übereingekommen sei man, sowohl das „Emscherschlösschen“ als auch die alte Walzendreherei für die Zukunft zu erhalten und in das Ensemble zu integrieren. Weiterhin ein Prüffall ist allerdings offenbar die Feldherrenhalle.

Das Ende aller Spekulationen über das HSP-Gelände ist also offenbar noch nicht gekommen. Aber zumindest ganz grundsätzlich ist seit dem 11. 4. die „Katze aus dem Sack“.

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