Toller Start für Krimi-Debüt: OCM-Verlag und neuer Autor im Interview

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(v. l.) Georg Nies und Elke Neumann vom OCM-Verlag. (Foto: IN-Stadtmagazine)

Der Sölder OCM Verlag hat einen neuen Autor unter seine Fittiche genommen: Stefan Huhn, geboren 1975 in Hagen, studierte an der Westfälischen-Wilhelms-Universität in Münster Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaften. Im Februar wurde sein erstes Buch, der Kriminalroman „Rot ist die Rache“ veröffentlicht. Wir sprachen mit dem Autor und den Herausgebern vom OCM Verlag, Elke Neumann und Georg Nies.


Fragen an Elke Neumann und Georg Nies vom OCM Verlag:

Welche Kriterien müssen erfüllt werden, damit Sie einen Autor veröffentlichen
Zunächst sollte das eingereichte Werk zu unserem Verlagsprogramm passen. Dies ist zwar recht bunt gemischt, es gibt aber Genres, die wir nicht bedienen. Dazu zählen Erotik, Fantasy, Science-Fiction, Horror, aber auch Biografien und Kinderbücher. Von lyrischen Werken haben wir inzwischen ebenfalls Abstand genommen. Wir haben in diesem Bereich zwar einen sehr schönen Kunst-Bildband produziert, der sich aber leider, leider nicht verkauft. Dann muss uns das Manuskript beziehungsweise das Exposé, welches uns zunächst erreicht, ansprechen und gefallen. Ist dies der Fall, fordern wir das gesamte Manuskript an. In der Regel lesen einer von uns und eine unserer Lektorinnen das gesamte Manuskript. Kommen wir daraufhin gemeinsam zu dem Schluss, dass es passt, gut geschrieben und interessant ist, kontaktieren wir die Autorin oder den Autor und treffen uns zum persönlichen Gespräch. Für uns ist es ein mitentscheidendes Kriterium, dass es auch menschlich passt. Außerdem ist es sehr wichtig, nach Erscheinen des Buches gemeinsam an die Vermarktung zu gehen. Wir sorgen als Verlag dafür, dass das Buch erhältlich ist, gleichzeitig muss es aber auch sichtbar sein und dabei ist es sehr hilfreich, wenn ein Autor in möglichst vielen Kanälen gut vernetzt ist.

Was hat Ihnen an dem Manuskript von Stefan Huhn besonders gut gefallen
Reizvoll fanden wir von Anfang an die beiden Schauplätze Berlin und Münster. Gleichzeitig schafft Stefan Huhn in seinem Krimi eine spannende Atmosphäre, die bis zum überraschenden Ende erhalten bleibt. Außerdem passt der Mensch Stefan Huhn gut in unsere Verlagsfamilie und erfüllt die bereits genannten Kriterien bezüglich Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit perfekt, sodass wir mit dem Roman einen tollen Start hatten. Leider wirft auch uns die aktuelle Lage in unseren Aktivitäten zurück. Momentan konzentrieren wir uns dementsprechend auf die Online-Medien und verweisen gerne auf unseren Verlags-Shop, der rund um die Uhr geöffnet hat.


Fragen an den Autor Stefan Huhn:

Wie kam es zu der Kriminalbuchidee „Rot ist die Rache“?
Vor der Idee, einen Kriminalroman zu schreiben, standen Personen und Momente, die ich im Alltag beobachtet habe. Vieles aus dem Roman ist mir auf dem Weg zur Arbeit oder im Gespräch mit Freunden in den Sinn gekommen. Später erst fiel mir der Plot zu einem Krimi ein, dessen Figuren und Beschreibungen an vielen Stellen Überschneidungen mit den besagten Eindrücken haben.

Autor Stefan Huhn. (Foto: Privat)

Wie schreibt man einen Kriminalroman und welche Grundvoraussetzungen müssen beachtet werden?
Mehr noch als andere Genres verlangt der Krimi, dass der Leser direkt gefesselt vom Geschehen ist. Die Exposition sollte also spannend sein. Die Spannung und das Tempo danach hochzuhalten, der Geschichte aber trotzdem genug Raum für die Besonderheiten ihrer Charaktere zu lassen, ist meines Erachtens die Herausforderung. Zudem geht es im Kriminalroman auch immer um den Konflikt von Gut und Böse. Ob man dabei eher mit dem Protagonisten oder dem Antagonisten sympathisiert, hängt natürlich von den Motiven für ihr Handeln ab.

Wie lange haben Sie für die Recherche benötigt und wen haben Sie als Berater/Experten hinzugezogen?
Was die Ermittlertätigkeiten betrifft, so habe ich mich gelegentlich bei einem Bekannten abgesichert, der als Polizist gearbeitet hat. Für alles Weitere wie zum Beispiel, welche Bands auf dem im Roman stattfindenden Festival gespielt haben, oder die Details zur Historie von Preußen Münster, gibt es zum Glück das Internet als Recherche-Tool. Hut ab vor Autoren, die noch analog recherchieren mussten.

Sind die Protagonisten fiktiv oder lebenden Personen nachempfunden?
Sowohl als auch. Manche Figuren – wie einige der Lehrer – sind real. Andere wiederum sind völlig frei erfunden, erleben dafür aber Dinge, die vielleicht auch im Leben des Autors stattgefunden haben (lacht).

Warum spielt ein Großteil der Handlung in Münster, es ermittelt ja ein Kommissar aus Berlin?
Ich wohne mittlerweile seit gut vier Jahren in Berlin. Als fast gebürtiger Münsteraner kenne ich mich aber immer noch ein bisschen besser in Münster aus. Trotzdem war es reizvoll, von beiden Städten etwas in den Roman einfließen zu lassen. So konnte ich auch deren Kontraste aufzeigen.

Wird Kommissar Scherder demnächst weiter ermitteln und wenn ja, wann voraussichtlich?
Definitiv ja. Die unerwartet große Resonanz des Debüts hat dazu geführt, dass die Ermittlungen in einem neuen Fall bereits in vollem Gange sind. Die Rolle von Münster könnte dabei sogar noch zentraler werden.

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