Toller Start für das Repair-Café in Aplerbeck

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Ein erfolgreiches Team ist die Flüchtlingshilfe im Stadtbezirk Aplerbeck e. V. mit ihren zahlreichen Projekten. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Reparieren statt Wegwerfen: Unter diesem Motto findet ab sofort, jeden zweiten Dienstag im Monat von 14:00 – 17:00, ein Repair-Café in Aplerbeck, Eggensteinstraße 3 statt.

Die Veranstaltung, die die Flüchtlingshilfe in Dortmund-Aplerbeck e. V. organisiert, ist neben dem Repair-Café der ev. Kirchengemeinde in Berghofen schon das zweite im Stadtbezirk.

Das Team des Repair-Café Aplerbeck war mit dem ersten Treffen am 10. März mehr als zufrieden. Zahlreiche Besucher nutzten den angebotenen Service und bedankten sich für die erfolgreichen Reparaturen mit einer Spende.

Beim ersten Treffen waren die Dortmunder Stadtmagazine mit dabei und hatten auch gleich einiges zur Reparatur mitgebracht: ein defektes Blitzgerät, eine Uhr, die ein Eigenleben in Sachen Zeit entwickelt hatte, und einen Stabmixer, der bei der „Arbeit“ einschlief. Um lange Wartezeiten zu verhindern, ist es allerdings sinnvoller, nur ein Teil mitzubringen.

Vorab ist ein bisschen Papierkram zu erledigen: eine Haftungsbeschränkung sowie eine Datenschutzerklärung müssen unterschrieben, und Angaben von Personalien sowie Reparaturgegenstand aufgenommen werden, bevor der Antrag eine Nummer zugeordnet bekommt, die dann aufgerufen wird. Wartezeiten können mit Kaffee und selbst gebackenen Kuchen sowie netten Gesprächen mit den anderen Besuchern gut überbrückt werden.

Siegfried Rack ist „mein“ Handwerker“ an diesem Nachmittag. Als erstes sieht er sich den Stabmixer an. Das Antriebsgetriebe benötigt etwas Allzweckfett, stellt er fest. Problem ist jedoch die Öffnung des Gerätes – aber mittels eines Gitarrenriffs (gewusst wie!) kann das Plastikteil ohne Schäden geöffnet werden. Am Ende läuft der Mixer wieder problemlos und ich habe festgestellt: oft sind es nur Kleinigkeiten, die nötig sind, um ein Gerät weiter nutzen zu können.

 

Die Uhr ist als nächstes dran. Verbogene Zeiger blockierten sich gegenseitig, Rach biegt sie gerade – die Uhr läuft wieder – allerdings stellen wir nach einigen Zeit fest, dass sie wieder stehengeblieben ist. Da ist wohl das komplette Uhrwerk defekt. „Aber ein neues Uhrwerk bekommt man im Internet für kleines Geld und beim nächsten Repair-Café baue ich Ihnen das dann ein“, so der sympathische Handwerker.
Auch das defekte Blitzgerät funktioniert am Ende des Nachmittags wieder.

Ich bin begeistert und mit mir 15 weitere Personen. Eine Dame freute sich über gleich zwei reparierte TV-Geräte, bei einer anderen läuft der schon etwas ältere Handmixer wieder. Die Lampe einer Besucherin konnte nicht instand gesetzt werden, aber Handwerker Heinz Linnemann besorgt ein Ersatzteil und beim nächsten Repair-Café kann die Lampe abgeholt werden.

Gegen 16 Uhr kommt Sarkis Kazanjan, er ist der Experte für die Reparatur von Musikinstrumenten. Alle akustischen Instrumente kann er reparieren. Auch defekte oder verstimmte Klaviere stellen für ihn kein Problem dar – allerdings müssen die nicht ins Repair-Café transportiert werden – da macht er dann einen Hausbesuch.

Durch das Reparieren setzen engagierte, ehrenamtliche Bürger ein Zeichen gegen eine sorglose Wegwerf-Gesellschaft und schonen obendrein wertvolle natürliche und menschliche Ressourcen, weil Gebrauchsgüter länger nutzbar bleiben.

Auch die wieder instand gesetzten Gegenstände erhalten eine neue Wertschätzung – statt auf dem Müll zu landen. Zudem teilen Menschen untereinander ihr Wissen über das Reparieren und die Technik dahinter. Laien und Experten arbeiten gemeinschaftlich zusammen, geben Hilfe zur Selbsthilfe und regen so zu einem bewussten Konsumverhalten an. Gleichzeitig treffen Menschen aus der Nachbarschaft am Reparaturtisch aufeinander – das stärkt den lokalen Zusammenhalt und schafft neue Bekanntschaften.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: repair-cafe@fluechtlingshilfe-Aplerbeck.de + unter www.reparatur-initiativen.de; oder telefonisch unter: 0176 55 98 26 31

Das Repair-Café Aplerbeck hat sich dem „Netzwerk Reparatur-Initiativen“ angeschlossen. An diese Initiative werden sämtliche Reparaturen gemeldet. Das Veranstaltungsformat „Repair Café“ wurde erstmals 2009 von der niederländischen Publizistin Martine Postma verschriftlicht. In Deutschland koordiniert heute die anstiftung das Netzwerk für Reparatur-Initiativen – aktuell liegt die Anzahl der aktiven Initiativen in Deutschland bei über 1000, weitere befinden sich in der Gründungsphase.

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