Tipps für Garten oder Balkon, die vielen Insekten Nahrung und Lebensraum bieten

0
46
Eine tolle Kombination: Rosen mit Storchenschnabel. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Durch das Bienen- und Insektensterben animiert, wollen viele Menschen ihre Gärten und Blumenkästen attraktiver für diese geflügelten Wesen gestalten. Ruth Müller, Gartenarchitektin Dipl.-Ing. FH und aktiv bei der Gesellschaft der Staudenfreunde e. V. Regionalleitung Dortmund tätig, hat uns in ihren 650 Quadratmeter großen naturnahen Garten eingeladen, um zu zeigen, was so alles möglich ist.

Eine bunte Mischung aus Stauden, Gehölzen, Bäumen, Kräutern und Blumenzwiebeln sowie ein Gartenteich präsentieren sich in bunten Farben und großer Vielfalt. „Pflegeleichte Staudenbeete, die mit wenig Aufwand das ganze Jahr über gut aussehen und Bienen und Insekten Nahrung bieten, sind auch auf kleinstem Raum machbar.

Das A und O für eine Staudenpflanzung ist aber die passende Auswahl für den jeweilig vorherrschenden Standort. So gibt es zum Beispiel Storchenschnabel (Geranium) – mit seinen unterschiedlichsten Farben – für feuchte oder trockene Standorte, in verschiedenen Höhen und auch in Immergrün. Geranium endressii wuchert so stark, dass er das Wachstum von Girsch in Grenzen hält“, so die erfahrene Gartenarchitektin.

Die Glockenblume ist eine tolle Staude für den Halbschatten, die es hoch- und niedrigwachsend gibt und die außerdem ein wahrer Insektenmagnet ist. Es gibt übrigens eine Wildbiene, die sich nur auf Glockenblumen spezialisiert hat – also beim nächsten Staudenkauf unbedingt an Glockenblumen denken. Herbstastern gibt es für die volle Sonne oder für Schatten und Halbschatten.

Ein Staudenbeet sollte zu jeder Jahreszeit seine Blütenpracht zeigen, bzw. für Tiere als Futterquelle geeignet sein. Viele Ziergräser sind auch im Winter grün und in unterschiedlichen Höhen erhältlich.

Eine weitere Auswahl an insekten- und bienenfreundlichen Stauden sind: Phlox, Akeleien, alle Nelkenarten, Disteln aller Art, Veilchen, Silberkerzen, Fingerhut, Lavendel, Salbei, Lenzrosen, Fette Henne sowie alle Korbblütler (z. B. alle Asternarten) und Blumenzwiebeln. Bestimmte Pflanzen werden von Insekten benötigt, um ihre Eier dort ablegen zu können, bzw. dienen als Futter für Larven und Raupen. Auch Vögel profitieren von Samenständen im Staudenbeet!

Wer aber keinen Platz für ein Staudenbeet hat, der kann mit den richtigen Pflanzen im Balkonkasten oder großen Töpfen auf der Terrasse punkten.

Hier einige Beispiele für eine insektenfreundliche Balkonbepflanzung: Kapuzinerkresse, Fächerblume, Verbene, Glockenblume, Wandelröschen, Löwenmäulchen oder Lavendel. Auch Margeriten und Sonnenblumen eignen sich gut für den Balkon. Küchenkräuter wie Thymian, Minze, Basilikum, Koriander, Borretsch, Salbei, Schnittlauch und Zitronenmelisse sind ebenfalls für Bienen eine geeignete Nahrungsquelle und können in Töpfen gut gehalten werden.

Noch ein paar Tipps von Ruth Müller: „Stauden sollte man immer in einer Staudengärtnerei kaufen und sich dort beraten lassen. Die Pflanzzeit für Stauden ist März bis Mai oder September bis Mitte Oktober Den botanischen Namen der Pflanzen sollte man kennen, denn nur der ermöglicht die eindeutige Zuordnung von Pflanzen. Meist werden lateinische, aber auch griechische Begriffe verwendet. Viele unserer duftenden Zierpflanzen sind mit gefüllten Blüten ausgestattet. Diese verwehren den Bienen aber den Zugang zum Inneren der Blüte oder liefern erst gar keinen Nektar oder Pollen – und sind daher für alle Bienen als Nahrung wertlos“.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
500