Tag des offenen Denkmals in Aplerbeck

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Auch das Wasserschloss Rodenberg hat am 8. September am Tag des offenen Denkmals geöffnet. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Umbrüchen in Kunst und Architektur widmet sich der Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September. Zum 100. Bauhaus-Jubiläum steht die Moderne im Fokus. Rund 50 Angebote laden zum Blick hinter die Kulissen ein.

Im Bezirk Aplerbeck gibt es folgende Veranstaltungen:

Ev. Kreuzkirche
Fasanenweg 18, 44269 Dortmund, Ortsteil: Berghofen
Die evangelische Kreuzkirche Berhofen wurde 1929/1930 erbau und am vierten Adventssonntag 1930 geweiht. Bis dahin feierte die Gemeinde ihre Gottesdienste in einer mit der Schule verbundenen Kapelle von 1890 am heutigen Hirschweg. Bereits im November 1919 erwarb die Gemeinde ein Grundstück am Fasanenweg für eine neue Kirche, deren Bau sich aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtlage verzögerte. Der Architekt Ludwig Behrens schuf aus Sandsteinquadern ein mächtig wirkendes Gebäude, dessen Längsseiten von einem flachen, sehr breiten Giebel mit vier einfach eingeschnittenen Spitzbogenfenstern geprägt sind. Zusammen mit den eingezogenen Giebeln am Turm und dem schlanken Turmhelm geben sie der Kirche ein moderat expressionistisches Gepräge. Das Natursteinmaterial in der groben Bearbeitung und die schlichte Form ohne Dachüberstände sind charakteristisch für viele Kirchenbauten der Zwischenkriegszeit. Innen ist der helle, nahezu quadratische Saal ist von einem flachen Kreuzgratgewölbe gedeckt.

Nach Umbauten im Jahr 1967 folgte 1991/1992 durch das Architekturbüro Lothar Kallmeyer und Wolfgang Herbst eine Renovierung, die die Innenraumgestaltung vornehmlich prägt. 2013 konzipierte Prof. Thomas Kesseler aus Düsseldorf eine neue Lichtführung und entwarf einige neue Ausstattungsstücke wie das Glasbild mit Christusdarstellung.

15.00–15.30 Uhr und 16.30–17.00 Uhr
Die Kirche ist für Besichtigungen geöffnet.

15.30–16.30 Uhr
Im Rahmen eines Konzerts werden die Veränderungen und Umbrüche in der Kreuzkirche von ihrer Weihe 1930 bis heute eräutert.
www.heimatverein-berghofen.de

Altes Feuerwehrgerätehaus und Steigeturm
Berghofer Schulstraße 12, 44269 Dortmund, Ortsteil: Berghofen

Der Platz vor dem 1914 errichteten Feuerwehrgerätehaus und dem dazu gehörenden Steigeturm („Steigerturm“ genannt) war ursprünglich die Dorfmitte Berghofens, die von den Altvorderen „Op‘m Surgemarkt“ genannt wurde. Es war der Ort, an dem die Bauern ihre Tiere und ihre Feldprodukte anboten. Rund um den Steigeturm finden sich heute noch alte Höfe und Kotten.

Die Fahrzeughalle der ehemaligen Feuerwache nahm ursprünglich zwei Feuerwehrautos auf. Heute wird sie u. a. für Konzerte genutzt, die vom Verein „Unsere Mitte Steigerturm e. V.“ organisiert werden. Der Verein wagt aktuell den Aufbruch und renoviert bis zur 800-Jahr-Feier Berghofens 2020 das Gebäude, um es als Bürgerzentrum für soziale und kulturelle Begegnungen zu nutzen. Das gesamte Gebäude wird barrierefrei umgestaltet und ein „inklusiver Service“ im Bewirtungsbereich ist in Zusammenarbeit u. a. mit der Bethel- Einrichtung „Haus am Lohbach“ geplant.

11.00–17.00 Uhr
Gespräche mit alten Feuewehrleuten und Selfies mit der preußischen „Pickelhaube“ des Gründers der Freiwilligen Feuerwehr sind erwünscht!
Im ehemaligen Gerätehaus findet ein Bücherbasar statt.
Eine Bildpräsentation zeigt die Historie des ehemaligen Feuerwehhauses sowie die Umbaupläne.
Für Kinder gibt es Spielangebote.
Das Obergeschoss darf aus baurechtlichen Gründen zurzeit nicht genutzt werden. Die ehemalige Fahrzeughalle ist barrierefrei, die Toiletten sind es nicht.
www.steigerturm.de

Amtshaus Aplerbeck
Sonderausstellung „Mit Brief und Siegel“
Aplerbecker Marktplatz 21, 44287 Dortmund, Ortsteil: Aplerbeck

Das Amtshaus ist 1906/07 in Formen der Neurenaissance nach Plänen des Amtsbaumeisters Wilhelm Stricker am Aplerbecker Marktplatz errichtet worden. Durch seinen Bau verlagerte sich das ursprüngliche historische Zentrum der bis 1929 selbstständigen Gemeinde Aplerbeck von dem Gebiet um die Georgskirche zum neuen Aplerbecker Markt.
Die bleiverglasten Fensterscheiben des Sitzungssaals stammen aus der Werkstatt von Ferdinand Müller und zeigen ortstypische Berufe. Auf der anderen Seite ist der Schriftzug: FREI DURCH VERNUNFT, STARK DURCH GESETZ zu sehen.

10.00–17.00 Uhr
Der große Saal ist geöffnet. Weitere Räume können nicht betreten werden.

Ausstellung
„Mit Brief und Siegel – Mittelalterliche Urkunden aus Haus Sölde“
(31.8.–8.9.2019)
Der Aplerbecker Geschichtsverein präsentiert Urkunden, die sich im Adelssitz Haus Sölde erhalten haben. Dabei handelt es sich um erstaunlich viele, gut erhaltene Urkunden, die ältesten sind aus dem 14. Jahrhundert. Sie „erzählen“ vor allem von Mitgiften, Erbschaften, Verpachtungen, Verkäufen und Inventaren.

Die Ausstellung gibt erstmals einen Einblick in diesen Bestand, der sorgfältig von einem Historiker gesichtet und transkribiert wurde. Dabei wird anhand der Schriften, Siegel und Alltagsgegenstände die Welt des Mittelalters zum Leben erweckt.
www.aplerbeck.de

Wasserschloss Haus Rodenberg
Rodenbergstraße 376, 44287 Dortmund, Ortsteil: Aplerbeck

Haus Rodenberg wird erstmalig im Jahr 1290 als Rittersitz Diederich von Rodenbergs urkundlich erwähnt, der mit der Burg durch den Grafen von der Mark belehnt wurde. Haus Rodenberg hat viele verschiedene Eigentümer, Pächter und Verwalter erlebt. Im August 1985 erwarb es die Stadt Dortmund und 1989 fasste der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss zur umfassenden Restaurierung des Wasserschlosses. Das Nutzungskozept sah die Volkshochschule als Hauptnutzerin vor, um das Haus für Bürgerinnen und Bürger zugänglich zu machen. Bis 1996 wurden das erhaltene Vorburggebäude und der übriggebliebene Park wieder hergestellt. Von den Gartenanlagen sind die Vorburginsel, die umgebende Gräfte, der Hausteich und Reste der Umfassungsmauer des Hauptgartens erhalten. Am Emscherufer gibt es noch Reste der alten Ufereinfassung, die älteste wasserbauliche Ingenieuleistung in Dortmund.
In Haus Rodenberg finden heute Weiterbildungsangebote der VHS Dortmund, Kunstausstellungen sowie Trauungen statt, außerdem haben eine Märchenbühne, ein Café und ein Biergarten hier ihren Platz. Es hat sich vom Rittersitz zur modernen Weiterbildungseinrichtung und zum Naherholungsort mit Gastronomie und Kulturangeboten entwickelt.

11.00–18.00 Uhr
Das Haus ist geöffnet.
11.00–14.00 Uhr
Plakat-Ausstellung: In diesem Jahr haben angehende gestaltungs- technische Assistent*innen vom Fritz-Henßler-Berufskolleg an der Gestaltung der Werbeplakate und des Broschüren-Covers für den Tag des offenen Denkmals mitgewirkt. Die Schüler*innen präsentieren ihre Plakatentwürfe.
15.00 und 17.00 Uhr
Historische Führungen durch das Gebäude und Besichtigung der Anlage, Treffpunkt: am Eingang der VHS (Uhrenturm), max. 15 P. je Führung, Dauer: ca. 30 min.
www.vhs.dortmund.de

Große Kirche Aplerbeck
Märtmannstraße 13, 44287 Dortmund, Ortsteil: Aplerbeck

Infolge von Bergbau und Industrialsierung sowie dem damit verbundenen Zuzug von Arbeitskräften aus ganz Europa wurde die mittelalterliche Georgskirche, die historische Kirchspielkirche an der Ruinenstraße, zu klein. Nicht zuletzt aufgrund des Drängens der Bezirksregierung in Arnsberg entschied sich die evangelische Gemeinde für einen großzügi- gen Neubau an der Märtmannstraße. Zwischen 1867 und 1869 entstand die Große Kirche, eine neugotische, dreischiffige Hallenkirche mit hohem Westturm, die 1.200 Personen Platz bieten sollte. Den Entwurf lieferte Christian Heyden, der zu den wichtigsten rheinisch-westfälischen Archtekten der frühindustriellen Zeit und zu den Wegbereitern der Neugotik zählt.

Der bis heute charakteristische, großzügige Raumeindruck entsteht dadurch, dass die ursprünglich geplanten Seitenemporen nie ausgeführt wurden. Die Ausstattung, ebenfalls weitgehend vom Architekten Heyden entworfen, wurde inzwischen – zuletzt in den 1950er und 1960er Jahren – in vielen Teilen verändert; das zeittypische Altarbild mit einer Kreuzigungsszene befindet sich derzeit jedoch wieder im Kirchenraum. Erhalten ist außerdem die romantische Orgel der renommierten Firma Schulze & Söhne aus Paulinzella in Thüringen von 1870; die Kirche wird aufgrund ihrer hervorragenden Akustik gern für Konzerte genutzt. Im Jahr 2014 erfolgte eine komplett neue Gestaltung des Altarraumes durch die Künstler Lutzenberger & Lutzenberger aus Bad Wörishofen.

09.30–10.30 Uhr
Gottesdienst.
10.30–17.00 Uhr
Die Kirche ist geöffnet.
Ab 12.00 Uhr
Führungen durch Mitglieder des Fördervereins Große Kirche und Georgskirche zur jeweils vollen Stunde, max. 15 P. je Führung.
www.georgsgemeinde.de

Umbrüche im Straßenbild der vorderen Nathmerichstraße
Treffpunkt: Nathmerichstraße / Ecke Sölder Str., 44289 Dortmund, Ortsteil: Sölde Haltestellen: Bf. Dortmund Sölde (RB 59), Fußweg ca. 10 min; Nathmerichstraße (Bus 431), Fußweg ca. 1 min

Die frühere Emscherstraße (heute Nathmerichstraße) war über Jahrhunderte wegen ihrer Dorfrandlage und der wiederkehrenden Überflutungen durch die Emscher kein bevorzugtes Bauland. Nach Erweiterung des Dorfes vornehmlich nach Süden in Richtung des Bahnhofs und der Zeche Margarethe sowie der Kanalisierung der Emscher im Jahr 1927 änderte sich dies. An ihrer heutigen Bebauung lassen sich viele Umbrüche der Architektur gut verdeutlichen, die für einen ländlich geprägten Ruhrgebietsort typisch sind.

So finden sich hier Beispiele fassadenverkleideter Fachwerkhäuser, umgebauter Gründerzeit- und Zechenhäuser, städtischer und privater Funktionsflachdachbauten oder mit Satteldach nachträglich aufgestockter Flachdachbauten. Darunter fällt auch das denkmalgeschützte, von einer Lehrerfamilie der örtlichen Schule erbaute Wohnhaus Nathmerichstraße 8. Die reich geschmückte Fassade dieses anderthalbgeschossigen Gebäudes orientierte sich an der Gestaltung bürgerlicher Villen. Auch einige Reihenhäuser, typische Mehrfamilienhäuser aus fast allen Dekaden des 20. Jahrhunderts sowie ein Mehrfamilienhaus als Solitärbau innerhalb einer großflächig aufgelockerten Siedlung einer privaten Wohnungsbaugesellschaft von 1960 stehen für die sehr abwechslungsreiche Bebauung. Umbrüche im Straßenbild durch Neubauten in unterschiedlichen Baustilen, als auch solche innerhalb einzelner Gebäude werden hier sichtbar.

11.00 und 16.00 Uhr
Führungen entlang eines Teilabschnitts der Nathmerichstraße 1–20 zur Baugeschichte der Straße und ihrer Bebauung, darunter das denkmalgeschützte Gebäude Nathmerichstraße 8, mit Dr. Uwe Lang und weiteren Mitgliedern der Stiftung „Natur in Kultur, für Söde“ und des Sölder Geschichts-Stammtisches; Start: Nathmerichstraße/Ecke-Sölder Straße; Dauer: je 1,5 Std.

  • Für den Öffel-Tag am 08. September verteilt DSW21 das Öffel-TagesTicket an alle Haushalte in Dortmund.
  • Bis zu zwei Erwachsene mit beliebig vielen eigenen Kindern unter 15 Jahren fahren am Öffel-Tag auf allen U-Bahn- und Buslinien von DSW21 kostenlos!
  • Achten Sie auf Ihre Post* – und öffeln gratis. * Ab dem 05.09.2019 ist das Öffel-TagesTicket auch in den Dortmunder Vertriebsstellen, den KundenCentern sowie dem HaltePunkt erhältlich.

Die Broschüre zum Tag des offenen Denkmals können Sie unter folgendem Link downloaden: www.dortmund.de/media/p/denkmalbehoerde/denkmal_downloads/Programmbroschuere_Tag_des_offenen_Denkmals_Dortmund_2019.pdf

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