Stiftung setzt sich für Sölder Friedhof ein

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Foto: Stiftung

„Sölde Friedhof“ heißt die Bushaltestelle am Eingang zum städt. Friedhof am Anfang der Sölder Straße. Ein kleines, historisches Schmuckstück ist der Friedhof. Aber „parken Autos vor dem Friedhofseingang ist die Zaunöffnung, die zum Friedhof führt, schnell zu übersehen“, sagt Dr. Uwe Martin Lang, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Kultur in Natur für Sölde.

Der Friedhof ist aber immer einen Besuch wert. Eine Allee mit über 70 Linden durchzieht ihn und endet an einem Rondell. Eigentlich sollten hier 1895 Ulmen als Alleebäume gepflanzt werden, doch, um Geld bei der Einrichtung des Friedhofs zu sparen, wurde ebenso auf eine Trauerhalle, wie auf die teuren Ulmen verzichtet. „Deshalb wurden nur Linden für 3 Mark das Stück als Alleebäume gepflanzt“, stellte die Heimatforscherin Barbara Niekamp bei der Durchsicht der alten Gemeindeprotokolle fest. Aber ein schmiedeeisernes Tor wurde damals auch in Auftrag gegeben, zum Preis von 50 Pfennig pro Kilo.

Heute bietet das dichte Blätterdach der Lindenallee verschiedensten Tieren ein Zuhause und spendet Schatten. Die erste Gruppe von Besuchern ist schon früh morgens auf dem Friedhof unterwegs. Joggt oder sieht auf den Gräbern nach dem Rechten. Man kennt sich, man trifft sich hier, spricht miteinander. Gesprächsthemen sind auch die drei unschönen Wasserstellen, das fehlende Eingangstor und die teils durchlöcherte Hecke, die den Friedhof umgibt. Eine Abgrenzung des besonderen Raums mit Tor und durchgängiger Hecke ist der Wunsch vieler Besucher des seit 1998 wieder belegten Friedhofs, auf dem fast 3.000 Menschen in den letzten 125 Jahren ihre letzte Ruhe gefunden haben. Alte Grabsteine erinnern an Sölder Persönlichkeiten, wie den Lehrer Heinrich Schmidt (1843 bis 1897), Gründer vieler Sölder Vereine oder Wilhelm Schleef ( 1889 bis 1968), Verfasser von Dorfchroniken und Büchern über das Plattdeutsch. Ein Sandsteinkreuz erinnert an die Opfer des 2. Weltkrieges.

Ab Mittag empfängt der etwa 12.500 Quadratmeter große Friedhof neue Gäste. Vereinzelt Schüler*innen, die ihre Hausaufgaben erledigen oder einfach ungestört miteinander reden wollen. Anschließend sind es Hundehalter und Ruhesuchende, die den hinteren, parkähnlichen Teil des Friedhofes mit viel Freifläche und altem Baumbestand besuchen. Hier würde es sich anbieten, „eine kleine Erhöhung für eine Bank anzuschütten, denn vom hinteren Teil des Friedhofs ergibt sich ein wunderschöner Blick auf das Emschertal und den Schwerter Wald“, merkt Hanna Joswig, Mitglied des Sölder Geschichts-Stammtisch an.

Dr. Lang erklärt: „Die Friedhofskultur verändert sich derzeit in einer noch nie da gewesenen Weise. Dieser Umbruch birgt die Chance, den Friedhof des 21. Jahrhunderts neu zu definieren.“ Deshalb möchte der Sölder Geschichts-Stammtisch gemeinsam mit der „Stiftung Kultur in Natur“ Ideen für die Zukunft des Friedhofs sammeln, dem kleinen Schmuckstück zu neuem Glanz verhelfen.

 

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Skorvanek
Skorvanek
2 Tage

Ein Kleinod mit vielen offenen Gestaltungsmöglichkeiten. Interessanter Artikel.