Legendenschild für Anton Kalt

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Das Legendenschild wurde von Mitgliedern der Bezirksvertretung Aplerbeck, dem Aplerbecker Amtsstellenleiter und Vertretern der Stadt Dortmund enthüllt. (Fotos: IN-StadtMagazine)

In Schüren, kurz hinter der Kita „Lummerland“, befindet sich der Anton-Kalt-Weg. Nun wurde dort ein Legendenschild über seine heldenhafte Tat von 1945 in Aplerbeck eingeweiht.

Ja, wer war denn Anton Kalt eigentlich?
Anton Kalt, geboren am 06.09.1903, gestorben 1973, war auf viele Gebieten bekannt: Er war Mitglied der KPD, Schriftsteller (er schrieb zwei Bücher – aber nur „Hasenkuckuck Schelmengeschichten vom Haarstrang“, wurde 1962 veröffentlicht), spielte bei KPD-Festen Geige oder Gitarre, trat mit eigenem Kasperletheater auf und war einer der Retter von Aplerbeck am 12.04.1945.

Er hisste an diesem Tag auf dem Turm der Großen Kirche die weiße Fahne und fuhr mit dem Fahrrad als einziger nach Sölde, um dem Kommandanten der US-Armee zu versichern, dass in Aplerbeck kein Widerstand mehr geleistet werde. Der Beschuss durch die Amis wurde daraufhin eingestellt und so viele Menschenleben gerettet. Zusammen mit anderen entfernte Kalt kurz vor Einmarsch der Amerikaner außerdem Sprengladungen an Eisenbahnbrücken im Raum Aplerbeck, um ihre sinnlose Zerstörung zu verhindern. Anton Kalt wurde von der amerikanischen Militärführung zum Ortsbürgermeister von Aplerbeck ernannt. Sechs Wochen lang war er dann Bürgermeister – bis dass die Engländer kamen und den Kommunisten absetzten.

Anton Kalt erlernte den Beruf des Bergmanns und arbeitete zunächst auf der Zeche Freie Vogel & Unverhofft in Schüren bis zu ihrer Stilllegung im Jahr 1925. Im Alter von 16 Jahren nahm er als Meldereiter der Roten Armee am Ruhraufstand teil.

Nach 1925 war er als Arbeiter auf der Aplerbecker Hütte tätig. In der Nacht vom 2. auf den 3. März 1933 wurde er zusammen mit seinem Bruder Hans von den Nazis verhaftet, acht Wochen von der Gestapo in der Dortmunder Steinwache gefoltert und dann ins KZ Esterwegen gebracht. Nach seiner Entlassung arbeitete er ab 1940 wieder als Bergmann auf der Zeche Kaiserstuhl in der Dortmunder Nordstadt.

Anton Kalt, der mit dem Maler und überzeugten KPD-Mitglied Hans Tombrock politisch eng verbunden war, beteiligte sich nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich am Wiederaufbau der KPD in Dortmund. Von 1946–1964 leitete er – trotz seiner Parteizugehörigkeit – den Dortmunder Stadtreinigungsbetrieb.

Quelle: Wikipedia

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