Blues-Magie und Krautrock-Genie im Steigerturm

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Liebe Musik-Verrückte, 

UnArt ist Kunst, Konzerte und Kontrast in höchster Ausprägung, jedes Mal ein bisschen anders und jedes Mal wieder überraschend. So kommt am 15. Februar mit Dieter Bornschlegel ein echter Dortmunder Junge in den Steigerturm, der zusammen mit den Krautrock-Protagonisten Atlantis und Rockröhre Inga Rumpf in den frühen 1970-er Jahren zwischen Atlantik und Pazifik die Bühnen der USA rockte. Bornschlegel zählt zu den profiliertesten Rockgitarristen der Siebziger; er spielte von 1972 bis 1974 in der Hamburger Rockformation Atlantis zusammen mit Inga Rumpf, Ende der Siebziger und Mitte der Neunziger bei den Krautrock-Avantgardisten von Mani Neumaiers Guru Guru.

Der vielseitige Gitarrenvirtuose hat die wilden Jahre längst hinter sich, aber kein einziges Milligramm an Dynamik verloren. Mit Gitarre und Gesang tourt der Ex-Krautrocker und Musiklehrer durch die Lande und drückt Sounds aus dem Schallloch, die einer kompletten Band zur Ehre gereichen würden. Sphärische Klänge, verrückte Spieltechniken – horizontal, vertikal, genial – und Rhythmen, welche die Musik bis ins tiefste Innere spürbar machen, zeichnen den Wahl-Marburger aus, der auch als Texteschreiber mit seinen außergewöhnlichen Stimmungsbildern neue Räume für Träume schafft.

Auch die zweite Hälfte des UnArt-Abends im Steigerturm lässt den Blick über die Weltmeere schweifen und ist geprägt von einer großen Seen-Sucht, der Sehnsucht der „Acoustic Ramblers“ nach der Nordsee, dem musikalischen Hafen der Bluesrocker aus dem Ruhrgebiet. Neben ihrer alten Liebe zum ewig jungen Dirty-Old-Town- und Louisiana-Blues vom Mississippi-Delta jenseits des großen Teichs rücken sie nunmehr auch ihrer Muttersprache mit Ton und Text zu Leibe. Zerstörerisch, verstörend, verletzlich, authentisch.

Sie können Hannes Wader, Johnny Cash, Canned Heat und die Rolling Stones, sie können aber auch anders. Mit Gitarre, Mundharmonika und zweistimmigem Gesang knüpfen die ruhelosen Ramblers Klangteppiche, auf denen das Auditorium frei über allen Wolken schwebt. Und damit nicht genug: Für den Steigerturm-Abend holen die zwei Haudegen als dritten Mann Oliver Ilgner, der per Bass und Mandoline die Klangteppiche zur nahtlosen Auslegeware webt, auf die Bühne. Im Gepäck haben die Acoustic Ramblers außerdem ihre Langspielplatte „Männer, Möwen und Millieu“, die von der Liederbestenliste Anfang letzten Jahres zur „Platte des Monats“ gekürt wurde. Fazit: „Folk, wie er heute sein soll.“ Nun gut, so soll es sein. Und so ist es auch.

Kaum vorstellbar, dass sich jemand dieses Doppelpack genial-grandioser Musik- und Liedermacher entgehen lassen wird. Und deshalb wird’s sicher wieder voll: Kommt also rechtzeitig, damit euch eure Sehnsucht nach musikalischer Runderneuerung in einen sicheren Hafen steuert.

Für das UnArt-Steigerturm-Team grüßt stürmisch 

Freddie B.

UnArt – Kunst und Konzerte in Berghofen, präsentiert von Unsere Mitte Steigerturm e. V., Berghofen.
 
Freitag, 15. Februar 2019
Alte Feuerwache Steigerturm, Berghofer Schulstraße 12
Einlass 18.30 Uhr, Beginn 19 Uhr, Ende 22 Uhr
 
Eintritt frei, Verzehrbon 5 Euro, Jugendliche unter 18 Jahre 2,50 Euro

Parken entlang der Berghofer Straße und vor dem Rewe-Supermarkt. Keine Parkmöglichkeit am Steigerturm. 
 

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