Auch in Aplerbeck müssen Eigentümer private Abwasserleitungen bis Ende 2020 prüfen lassen

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Symbolfoto: pixabay

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist nicht nur besser, sondern sogar Pflicht! Beim Auto haben wir das alle akzeptiert, da ist die regelmäßige Hauptuntersuchung eine ganz selbstverständliche Sache. Auch ein undichtes Dach lassen wir sofort reparieren. Doch wer denkt schon an das ganze Abwasser, das jeder Dortmunder, jede Dortmunderin täglich produziert? Es verschwindet wie von selbst in den dunklen Kanälen im Untergrund. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Aber die Rohre vom Haus bis zum städtischen Kanal in der Mitte der Straße gehören den Hausbesitzer*innen und für diese Rohre sind sie ganz allein verantwortlich. Allerdings wissen das immer noch zu wenige, und noch weniger Eigentümer*innen schätzen das Risiko beschädigter Kanäle richtig ein.

Infomobil zum Ortstermin
Die Stadtentwässerung Dortmund möchte das ändern und startet eine Info- und Beratungsoffensive, zunächst in den südlichen Dortmunder Stadtteilen. Denn diese Stadtteile liegen im Wasserschutzgebiet und hier lässt der Gesetzgeber nur noch bis Ende 2020 für die Überprüfung Zeit. Die Stadtentwässerung möchte den Dortmunder*innen Wege zeigen, wie sie ihrer Pflicht nachkommen können, ohne auf unseriöse Firmen hereinzufallen, die als „Kanalhaie“ schon Schlagzeilen gemacht haben. Dazu wird es Infos in den Bezirksvertretungen und außerdem zwei Termine für die Aplerbecker Bürger geben:

2.7.2019, 10–16 Uhr, Aplerbeck, Marktplatz
7.9.2019, 10–16 Uhr, Aplerbeck, Marktplatz

Risiken für den Bürger sind hoch
Unentdeckte Schäden und undichte Leitungen belasten die Umwelt. Austretendes Schmutzwasser kann Verunreinigungen von Boden und Grundwasser zur Folge haben. Ein Bußgeld droht. Tagesbrüche durch unterspülte Straßenflächen stellen eine große Gefährdung z. B. für Fußgänger*innen dar und sie sind ein großes finanzielles Risiko für Eigentümer*innen. Verstopfungen in den Leitungen können zu überfluteten Kellern führen. Das ist nicht nur für Mieter*innen unangenehm, sondern auch für Eigentümer*innen, denn solche Schäden können erhebliche Wertverluste bedeuten. Mieterinnen und Mieter sollten ihre Vermieter*innen auf diese Lage aufmerksam machen.

Veranschaulichung der Abwasserwege (Grafik: Stadtentwässerung)

Kanalzustandsprüfung lohnt sich
Die Untersuchung kann versteckte Schäden aufdecken und somit Risiken für Eigentümer*innen senken. Denn je nach Versicherungsvertrag sind regelmäßig untersuchte Leitungen sowie ein funktionierender Rückstau-Schutz Bedingung für die Leistung der Gebäudeversicherung im Schadensfall. Häufige Schäden sind zum Beispiel: Risse, Wurzeleinwuchs, Abflusshindernisse oder Korrosion. Bei starken Regenfällen kann umgekehrt Wasser in die Leitungen eindringen und zu weiteren Schäden durch Überflutungen im Haus führen.

Die Notwendigkeit, dass auch Abwasserleitungen gewartet werden müssen, sieht auch der Gesetzgeber. Spätestens alle 30 Jahre muss jede Eigentümerin und jeder Eigentümer eine sogenannte Zustands- und Funktionsprüfung durchführen lassen. Dabei werden die privaten Abwasserleitungen mit einer Kamera befahren, die Videoaufzeichnungen macht. Undichte Stellen oder Schäden fallen auf diese Weise auf und können anschließend behoben werden. Es gibt unterschiedliche Verfahren zur Reparatur und Erneuerung. Die Zustands- und Funktionsprüfung ist von den Eigentümer*innen selbst zu beauftragen und darf nur von offiziell zugelassenen Sachkundigen durchgeführt werden.

Hieraus können sich wertvolle Hinweise auf dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen auch in den privaten Rohrleitungen ergeben.

Liste mit seriösen Unternehmen
Als Dienstleistung stellt die Stadtentwässerung zum 1.7.2019 eine offene Liste von Unternehmen zur Verfügung, welche die Zustands- und Funktionsprüfung und/oder die Kanalsanierung anbieten. Alle Unternehmen haben sich mit der Aufnahme in die Liste verpflichtet, die Qualitätsanforderungen der Stadtentwässerung einzuhalten. Auch für Fragen und Beratung rund um das Thema steht die Stadtentwässerung jederzeit zur Verfügung.

Auf der Internetseite der Grundstücksentwässerung www.grundstuecksentwaesserung.dortmund.de können sich die Bürgerinnen und Bürger umfassend über viele Details informieren.

 

 

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