„Angesicht“ – eine Ausstellung in der Georgskirche

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Die Ausstellung setzt Akzente in der Georgskirche. (Fotos: IN-StadtMagazine)

„Angesicht“ heißt die aktuelle Ausstellung des Berliner Künstlers Gleb Bas in der Georgskirche, die noch bis zum 27.09.20 zu sehen ist. Sie setzt als erste Veranstaltung in der mittelalterlichen Georgskirche nach der Zwangspause durch die Corona-Pandemie einen gleichzeitig künstlerischen wie inhaltlichen Impuls im Rahmen der Kulturarbeit im Stadtbezirk Aplerbeck.

Das sagt der Künstler Gleb Bas, geboren in Kiew, der sein Abitur in Dortmund machte und in Berlin lebt und arbeitet, über sein Werk:
„Das Gesicht ist die visuelle Zuspitzung der menschlichen Identität.
Am Gesicht erkennen wir uns und unterscheiden uns von anderen Menschen.
Die Intensität der Persönlichkeit in einem Bild ist das, was mich zur malerischen Auseinandersetzung reizt.“

So taucht das berühmte Selbstbildnis Albrecht Dürers, die Judith von Caravaggio oder Trabuc, der Irrenwärter von St. Rémy, von Vincent van Gogh in der Ausstellung auf.
Aber auch die Künstler/Innen selbst werden zu Bildmotiven, wie Camille Claudel oder Joseph Beuys.

Der Titel der Ausstellung „Angesicht“ deutet jedoch nicht nur auf die Darstellung der menschlichen Physiognomie hin, sondern betont explizit das Sehen als seine existentielle Fähigkeit.

Das Wort „Angesicht“ bedeutet auch, dass es etwas gibt, was jemand sieht.
Die meisten Gesichter in der Ausstellung sind frontal dargestellt, was dazu führt, dass deren Betrachter das Gefühl bekommen, vom Bild angeschaut zu werden.
Vielleicht entsteht dadurch eine Art von Spannungsfeld zwischen dem Bild und dem Betrachter, eine Illusion, dass nicht nur das Bild sich im Angesicht des Betrachters befindet, sondern auch der Betrachter im Angesicht des Bildes.

Es entsteht auch eine andere Spannungsebene, welche aus dem Verhältnis zwischen dem Motiv und der Malerei resultiert: das Fragen nach der Identität des anderen impliziert auch die Erforschung der eigenen Identität.

Adresse: Ruinenstraße 37
Öffnungszeiten: Mo – Fr 9–13 und Sa + So 14–17 Uhr.

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