„Mein Traum ist es, einmal Marco Reus die Hand zu geben“

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(v. l.) Orthopädietechniker Thomas Bernstein, Geschäftsführer Hermann Watermann mit BVB-Fan Luca Fischer.

Luca Fischer ist ein junger, leidenschaftlicher BVB-Fan. Der siebenjährige Linksaußen aus der Jugend-Fußballabteilung der Spvgg Möhnesee drückt dem BVB bei jedem Spiel die Daumen – so gut es ihm mittlerweile möglich ist. Dass er dies sogar schon mit seiner rechten Hand kann, ist ein kleines Wunder, bei dem ausgefeilte Technik, geschultes Know-how und die Charakterstärke des BVB-Jungen vom Möhnesee eine entscheidende Rolle spielen.

Eine Laune der Natur
Wer bereits bei der Geburt mit Fehlbildungen an Händen und Füßen oder ohne Beine, Arme oder Füße zur Welt kommt, der leidet an einer Dysmelie – so auch Luca. Doch Luca wäre nicht Luca, wenn er mit diesem großen Handicap nicht fertig würde.
Hilfe findet Luca in der Wattenscheider Zentrale des Gesundheitshauses Watermann. Hier kümmert sich der Orthopädietechniker Thomas Bernstein um das anspruchsvolle Fachgebiet der Versorgung von Kindern mit Dysmelie. Sein Know-how in der Prothetik, die moderne Technologie und Handwerkskunst vereint, sowie sein natürlicher, offener Umgang mit den kleinen Patienten kommt auch Luca zugute. Bereits mit 3,5 Jahren versorgte Bernstein den kleinen Luca mit der „Kinderhand 2000“. Dass hier ein Motiv von „Bob der Baumeister“ die Prothese zierte, war dem noch zarten Alter von Luca geschuldet. Doch bis zur Fertigung und Anpassung der neuen ultramodernen „Vincent-Young-Hand“ hatte sich das von der Mama weitergegebene schwarzgelbe BVB-Gen bei Luca vollends entwickelt.
„Die neue Prothesengeneration ermöglicht es einzelne Finger und den Daumen durch aktive, elektrisch betätigte Einzelfingerprothesen erstmals in einer anatomisch der menschlichen Hand entsprechenden Größe funktionell zu ersetzen“, erklärt Thomas Bernstein. „Dank feiner Sensoren, die im oberen Teil der knapp 40.000 Euro kostenden Prothese untergebracht sind, kann Luca die Hand jetzt öffnen, schließen, Finger einzeln bewegen und sogar schon das „Peace-Zeichen“ machen.“

Natürlich muss auch der kleine Luca ungemein viel leisten, um die Steuerung der neuen Hand zu erlernen und zu trainieren. Zur Belohnung erfüllte ihm das Team Watermann einen Wunsch: „Ich habe den BVB so lieb und wünsche mir eine Prothese in den Farben von meiner Borussia“, so der tapfere Junge. Und so trägt Luca jetzt jeden Tag schwarzgelb – mit viel Stolz! „Was für andere Kinder die Brille,  ist für Luca seine neue schwarzgelbe Hand“, erklärt Lucas Mutter Stefanie Fischer. „Morgens drauf, mittags mal Pause und nachmittags wieder drauf – ohne die geht Lucas nicht nach draußen.“

Und auch bei der Spvgg Möhnesee kennt man den kleinen Flügelflitzer nicht ohne seine „BVB-Hand“. „Schade, dass unsere Vereinsfarben Blau und Weiß sind“, ist Luca traurig. „Aber das Blau ist ganz bestimmt anders als das von Schalke“, schiebt der kleine pfiffige Knirps –  fast entschuldigend – schnell hinterher. „Wir planen jetzt die Anschaffung einer Sportprothese, um die Hightech-Hand beim Toreschießen für die Spvgg ein wenig zu schonen“, verrät Thomas Bernstein. „Blau und weiß wird sie natürlich nicht sein.“

Lucas großer Traum
hand
„Wenn ich doch nur einmal meinem Lieblingsspieler, dem Marco Reus, die Hand geben könnte“, so die Hoffnungen und Träume des kleinen Luca. „Verdient hätte es Luca ganz sicher“, meint Hermann Watermann, Geschäftsführer des Gesundheitshauses Watermann. Und wer weiß: Wer sich so mutig seinem Handicap stellt und immer wieder seinen Traum träumt, wird vielleicht eines Tages mit seiner schwarzgelben Hand auch die Hand seines großen BVB-Idols ergreifen dürfen.

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