Fortsetzung (Teil 3): Autorennen an der Hohensyburg

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Der Neander-Rennwagen wurde 1931 an der Hohensyburg erprobt

Wenig gemächlicher ging es in den kleineren Klassen zu. Bei den 2ltr. Rennwagen gewann der Münchner Bugatti-Fahrer Ollendorf mit einem Durchschnitt von 105 km/h. In der 1500 ccm Klasse der Sportwagen war der beliebte Fahrer Robert „Bobby“ Kohlrausch aus Eisenach mit einem, wie sollte es anders sein, BMW siegreich. In der Klasse bis 1100 ccm, die zusammen mit der 500 ccm Klasse gestartet wurde, waren bei den größeren Wagen der Dorstener Kurt Volkhardt in einem Neander und bei den kleineren Wagen der Mühlheimer von Boese in einem DKW mit Frontantrieb mit dem gleichen Stundenmittel von 86,5 km/h gemessen worden. Sieger des Motorrad-Rennens in der 250 ccm Klasse wurde der DKW-Werksfahrer Arthur Geiss auf einer Viertelliter-Maschine des sächsischen Herstellers. Dieses letzte Saisonrennen brachte ihm den Deutschen Meistertitel 1931 ein.

Der Start von Werksteams hatte das Rennen sehr aufgewertet, und so brauchte man nicht lange zu warten, bis das nächste Rennsportidol an der Hohensyburg erschien. Als am 26. September 1932 erneut die Transporter abgeladen wurden, schob auch Bernd Rosemeyer sein Motorrad zum Trainingsstart. Zwar hatte der spätere Europa-Meister noch nicht seinen späteren Kultstatus, aber der smarte Siegertyp hatte, besonders unter den weiblichen Zuschauern, schnell seine Fans.

Die Rennen abseits der Hohensyburg
Nachdem das Rennen im Jahr 1933, wohl wegen der politischen Wirren jenes Jahres, ausgefallen war, wählte man im Jahr 1934 einen neuen Streckenverlauf bei der Ortschaft Garenfeld aus und wählte von nun an den Sonntag zum Tag der Veranstaltung. Als „Garenfelder Dreieckrennen“ stand die Veranstaltung, die am 2. September 1934 stattfand, in den Ankündigungen des Veranstalters, wurde aber weiterhin, der Tradition entsprechend, als „Hohensyburger Dreiecksrennen“ bezeichnet. Die Strecke lag südöstlich des Hengsteysees und damit jenseits der Ruhr, also im Gebiet des damaligen Kreises Iserlohn. Rund um den Ort Garenfeld bestimmten die dortigen Landstraßen den Streckenverlauf. Am 25. August 1935 fand erneut ein Rennen auf diesem Rundkurs statt, doch das Rennen hatte seinen Status als Lauf zur Deutschen Meisterschaft eingebüßt und so kamen weniger Zuschauer an die Strecke. Der Düsseldorfer Rennfahrer Ralph Roese gewann in der 1,5 ltr. Sportwagen-Klasse mit einem BMW und begründete somit seine mehrjährige Erfolgsserie.

Der letzte Akt
Mehr und mehr bestimmten die Zeichen der Zeit das Geschehen, als Organisator der Veranstaltung trat der NSKK auf und mit dem Auftreten dieses „National-Sozialistischen Kraftfahr-Korps“ herrschte ein anderer Ton bei den – erneut sonntäglichen – Veranstaltungen. Das merkte man auch bei dem Rennen am 23. August 1936, das von der NSKK-Motorbrigade-Westfalen mit Sitz in Dortmund auf einer Bergstrecke hinauf zur Hohensyburg ausgetragen wurde. Vielleicht wollte man das Interesse auf das dortige, 1935/36 umgebaute und im Stil der NS-Architektur veränderte, Denkmal lenken und das beliebte Ausflugsziel in die Schlagzeilen bringen. Uniformen bestimmten auch das Bild am Start, der am südlichen Ufer des Hengsteysees lag. Die Strecke querte den See und nutzte den serpentinenartigen Verlauf der Landstraße hinauf vom See zum Denkmal. Die Zeichen der Zeit bestimmten das Bild der Veranstaltung, auch am Start oder am Streckenrand. Auf Werbebannern warben nicht mehr der ADAC oder Versicherungen, dort wurde für die „Westfälische Landeszeitung – Rote Erde“ und damit für das Parteiorgan der NSDAP geworben. Das Rennen zählte nicht mehr zu den offiziellen Meisterschaftsläufen, konnte aber noch viele prominente Fahrer anziehen.
Fortsetzung folgt!

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